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Veit Burmanns Flaschenpost landete in Australien

Frohe Botschaft übers Meer geschickt

Dorsten Lange vor Twitter, Facebook und Messenger gab es die Flaschenpost. Reisende schickten Botschaften über die Weltmeere und hofften darauf, dass ihre Nachricht fremde Ufer erreichen werde. Der Hervester Veit Burmann, Food- und Beverage-Manager auf der AIDA Cara, machte die Probe aufs Exempel und setzte seine Botschaft vor Kap Hoorn ab.

Frohe Botschaft übers Meer geschickt

Veit Burmann an Bord der Aida Cara in der Nähe chilenischer Gestade. Seine Flaschenpost warf er als Landgänger ins Meer.

Veit Burmann ist an Bord der Aida Cara, einem Kreuzfahrtschiff mit über 1300 Menschen. Sein Ziel: das Ende der Welt, Kap Hoorn (Chile). Dort will er etwas machen, was vor ihm schon Hunderte von Menschen, Groß und Klein, getan haben: eine Flaschenpost mit unbestimmtem Ziel absetzen.

„Auf die Idee gekommen bin ich, als ich beim Heimaturlaub einen Film darüber gesehen haben“, erzählt der 42-jährige Hervester. „Ich wollte wissen, ob meine Post tatsächlich ankommt, wo sie gefunden wird und von wem.“ Generalstabsmäßig bereitet sich Burmann auf den Einsatz vor. Natürlich ist es den AIDA-Mitarbeitern nicht erlaubt, Müll ins Meer zu werfen. Als Landgänger aber ... So formuliert Veit Burmann eine Botschaft auf Englisch an den Finder. Er schreibt ihm, wer er ist und warum er eine Nachricht zu Wasser gelassen hat. Auf dem Brief hinterlässt er seine E-Mail-Adresse. Dem Schreiben auf roter Pappe mit einem fröhliche international verständlichen „Hello“ – „dann wird die Flasche eher gesehen“ – fügt Burmann fünf Dollar bei: „Für eine etwaige Rückantwort per Post.“

Kurzerhand steckt er Pappe und Geld in die Glasflasche und sorgt noch dafür, dass alles vakuum-versiegelt wird. Schließlich soll die Flasche nicht untergehen. Und ab geht am 28. Januar 2012 die Post am „A...der Welt“, den Burmann für den geeigneten Standort für seine abenteuerliche Aktion hält. Wochen vergehen, dann Monate, dann mehr als ein Jahr. Burmann gibt die Hoffnung nicht auf, dass er Antwort bekommt. Zwischenzeitlich bereist er mit anderen Kreuzfahrtschiffen seiner Linie (AIDA Cruises) fast alle Kontinente. „Alle, bis auf Australien, da war ich noch nicht.“

Der ehemalige Bergmann von Fürst Leopold lichtete die Anker in seiner Heimatstadt Dorsten, als die Zeche stillgelegt wurde. Zunächst zog es den gelernten Elektroniker für acht Jahre zur Luftwaffe, dann in die Gastronomie. „Das hat mir Spaß gemacht und deshalb habe ich mich als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff beworben“, erzählt der 42-Jährige rückblickend. 2003 heuert er dann an Bord der Kreuzfahrtschiffe der AIDA Cruises an, die ihre Flotte auf 14 Schiffe ausbaut. Neun Jahre schippert der Hervester über die Weltmeere, bis ihm die zündende Idee kommt, eine Meeresbotschaft zu versenden. Umso größer die Begeisterung bei Veit Burmann, als er eine Antwort erhält. Am 22. Mai 2014 macht ein gewisser „Aidan“ aus Australien beim AIDA-Kreuzfahrer Meldung: „I have just received your message in a bottle“ (Ich habe gerade Deine Flaschenpost erhalten“). Aidan, das ist ein Navy-Taucher mit Stützpunkt in Garden Island (Australien). „Er war als Jogger am Strand unterwegs und hat als erstes die rote Pappe erspäht und dann die Flasche aus dem Wasser gezogen“, freut sich Burmann. Nach anfänglicher Skepsis, „das könnte ein Fake sein“, siegte die Neugierde des Australiers und er öffnete die Flasche. Nachdem er die Botschaft Burmanns gelesen hatte, wollte Aidan aus Australien genau wissen, wo Burmann die Flasche im Meer versenkt hat.

Und als er ihm den Standort (Kap Hoorn) nannte, konnte der Navy-Taucher nur noch staunen: „Die Flasche war ja 20.000 Meilen auf dem Wasser unterwegs und hat keinen Schaden genommen?!“ Trotzdem musste das zerbrechliche Transportmittel am Ende dran glauben, damit der Australier die Nachricht überhaupt lesen konnte. Seitdem unterhalten der Australier und der Weltenbummler einen fröhlichen Mailverkehr. Nette Episode am Rande: Aidan hielt die Flaschenpost für einen Glücksbringer und kaufte sich ein Lotterielos. Das Geld dafür hätte er lieber gleich im Meer versenken können – zum Beispiel mit einer Flaschenpost.

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