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Überraschung am Landgericht Essen

„Fressnapf“-Prozess: Angeklagte Marlerin wurde freigesprochen

Dorsten/Essen Glückliches Ende für eine fünffache Mutter. Im Prozess um sechs Raubüberfälle in Dorsten, Haltern und Marl ist die 42-Jährige am Mittwoch freigesprochen worden.

„Fressnapf“-Prozess: Angeklagte Marlerin wurde freigesprochen

Die wegen Mittäterschaft des „Fressnapf“-Räubers angeklagte Marlerin wurde freigesprochen. Foto: Bianca Glöckner

Es war der Tag, auf den alle gewartet hatten. Für den dritten Verhandlungstag hatten die Richter am Essener Landgericht genau den Mann als Zeugen geladen, der für die Überfälle bereits zu sechs Jahren Haft verurteilt worden ist.

Als freier Mann ins Gericht

Der 49-Jährige hatte die Angeklagte während seines eigenen Prozesses als Komplizin benannt. Die erste Überraschung gab es gleich zu Beginn seiner Zeugenvernehmung. Trotz der hohen Strafe kam der eigentliche Täter als freier Mann ins Gericht. Die Haft ist bereits anderthalb Jahre nach seiner Festnahme soweit gelockert worden, dass er den Weg vom Bochumer Gefängnis ins Essener Landgericht alleine zurücklegen durfte. Die zweite Überraschung war die Reaktion der Angeklagten. Obwohl der 49-Jährige erneut erklärt hat, dass die Frau aus Marl in allen Fällen seine Mittäterin gewesen sei, blieb sie weitgehend ruhig, schüttelte nur ab und zu mit dem Kopf.

„Wollte sie eigentlich schützen“

„Wäre sie nicht dabei gewesen wäre, hätte ich sie niemals angeschwärzt“, sagte der Handwerker den Richtern. Dass er ihren Namen erst so spät preisgegeben habe, erklärte er so: „Ich wollte sie eigentlich schützen.“ Weil sie ihn nach seiner Festnahme jedoch nicht besucht habe, sei er umgeschwenkt. „Warum soll ich alleine sitzen?“, fragte er die Richter. „Für mich ist sie genauso schuldig wie ich.“ Außerdem habe er sich am Ende einfach eine mildere Strafe erhofft. Trotz der eindeutig belastenden Aussagen: Überzeugen konnte der 49-Jährige die Richter am Ende nicht. Staatsanwalt und Verteidigung hatten ebenfalls Freispruch beantragt.

Die angeklagte Mutter hatte im Prozess erklärt, dass ihr Ex-Freund sie möglicherweise nur deshalb falsch belastete, weil sie keine feste Beziehung mit ihm eingehen wollte. Das hatte der 49-Jährige jedoch zurückgewiesen. In Dorsten hatte der Mann aus Marl 2016 gleich zweimal die Fressnapf-Filiale an der Bochumer Straße überfallen. Nach dem Freispruch für seine Ex-Freundin ist es nicht ausgeschlossen, dass er nun eine neue Anklageschrift erhält: wegen falscher Verdächtigung.

Raub in Fressnapf-Filiale in Dorsten

Prozess um Serienraub wird zu einem Geduldspiel

Dorsten/Essen. Der Prozess gegen die mutmaßliche Komplizin eines Serienräubers entwickelt sich zu einem echten Geduldspiel. Zurzeit sieht es so aus, dass der fünffachen Mutter eine Beteiligung an den sechs Überfällen in Dorsten, Haltern und Marl nicht nachgewiesen werden kann.mehr...

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