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Dank Manuel-Neuer-Stiftung

Eine Chance für Dorstener Azubi Sead Topalovic

Dorsten Nach einem unsteten Lebenslauf hat Sead Topalovic in Alter von 28 Jahren eine Ausbildung beim Metallwerk Kleinken in Dorsten erfolgreich abgeschlossen – dank Unterstützung der Stiftung von Manuel Neuer.

Eine Chance für Dorstener Azubi Sead Topalovic

Freuen sich über das erfolgreiche Ausbildungsprojekt: Hendrik Schulze-Oechtering (Geschäftsführer Manuel Neuer Kids Foundation), Jörg Meyer (Geschäftsführer Metallwerk Kleinken) und Azubi Sead Topalovic (v.l.). Foto: Foto: Michael Klein

Ohne Ende hatte Sead Topalovic Bewerbungen für eine Lehrstelle geschrieben, „mehr als 100 innerhalb von ein paar Wochen“. Alle erfolglos. Dass die Unternehmen absagten, führt er selbstkritisch auf zwei Gründe zurück. „Mit 24 war ich ja in einem fortgeschrittenen Alter“, sagt er. „Und hatte schon einige Sachen abgebrochen.“ Darunter eine kaufmännische Ausbildung, die Grafikerschule und ein paar andere Jobs. Doch nun hat er endlich eine Ausbildung abgeschlossen.

Ungewöhnliche Zusammenarbeit

Dass der inzwischen 28-jährige Gelsenkirchener trotz seines unsteten Lebenslaufs jetzt doch eine dreieinhalb-jährige Ausbildung als Zerspanungsmechaniker (früher Dreher oder Fräser genannt) beim Dorstener Metallwerk Kleinken erfolgreich absolvierte, ist einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit zu verdanken. „Obwohl am Anfang viel Skepsis mitspielte, ob das funktionieren würde“, sagen Kleinken-Geschäftsführer Jörg Meyer und Hendrik Schulze-Oechtering.

Der Dorstener Schulze-Oechtering ist Geschäftsführer der „Manuel Neuer Kids Foundation“. Die Stiftung des bekannten Fußball-Torwarts fördert normalerweise soziale Projekte für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. „Sead lag deutlich drüber, aber gerade das fanden wir spannend.“ Schulze-Oechtering sorgte 2014 dafür, dass sich die Stiftung an den Ausbildungskosten beteiligte. „Wir haben mit dem Geld einen Mitarbeiter im Betrieb gefördert, der als Betreuer für Sead zuständig war.“

Förderantrag bei der „Manuel Neuer Kids Foundation“

Firmenchef Jörg Meyer sagt: „Ohne diese Unterstützung wäre es für ein mittelständisches Unternehmen wie uns kaum möglich gewesen, eine Ausbildung über Bedarf zu finanzieren.“ Denn für Sead Topalovic, der kürzlich seine Prüfung vor der Industrie- und Handwerkskammer abgelegt hat, wurde eine Extra-Lehrstelle geschaffen.

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Vermittelt wurde Topalovic, der die Schule mit einem Realschulabschluss verlassen hatte, über den „Förderkorb Gelsenkirchen“. Dies ist eine katholische Jugendberufshilfeeinrichtung in Gelsenkirchen. Sie hatte einen Förderantrag bei der „Manuel Neuer Kids Foundation“ gestellt. „Ich habe den Kontakt zu Kleinken hergestellt, mich anschließend bei der Auswahl des Bewerbers aber gänzlich herausgehalten“, betont Schulze-Oechtering.

„Maschinen sind mein Ding“

Sead Topalovic war einer von drei Vorschlägen des „Förderkorbs“. „In seinem sechswöchigen Praktikum haben wir uns zunächst gegenseitig beschnuppert“, erzählt Jörg Meyer. „Verborgene Talente erkennt man ja erst, wenn es in die Praxis geht.“ Aber schnell war klar, dass man es miteinander versuchen wollte. „„Ich wollte unbedingt etwas mit Metall machen und Maschinen sind mein Ding“, hat Topalovic. „Auch wenn es kein Selbstläufer war.“ In den vergangenen dreieinhalb Jahren hat er gelernt, an computergestützten Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen Präzisionsbauteile aus Metall anzufertigen. Jörg Meyer hat seinem erfolgreichen Schützling jetzt einen Arbeitsvertrag angeboten, zunächst befristet.

Zukunftspläne nach Experiment

„Bei der Ausbildung prasselt noch so viel auf die Leute ein, da entscheidet sich oft erst später, ob das wirklich ein Job fürs Leben ist.“ Auch Sead Topalovic ist froh, dass er sich zunächst noch eine Zeit lang ausprobieren darf: „Wer den Führerschein gemacht hat, ist ja auch nicht sofort ein guter Autofahrer.“ Er würde später gerne „Meister, Techniker oder Ingenieur werden und in zehn bis 15 Jahren eine Führungsposition einnehmen“, sagt er.

Auch Schulze-Oechtering schmiedet angesichts dieses auch von Manuel Neuer interessiert beobachteten Experiments Zukunftspläne: „Warum sollte die Stiftung künftig nicht jedes Jahr eine solche Initiative unterstützen?“

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