Henrik Jordan bei Musikwettbewerb

Ein Jazz-Talent, das keine Noten braucht

Wulfen Improvisieren kann Henrik Jordan, 15-jähriger Pianist aus Wulfen. Und das musste auch die Jury von „Jugend jazzt“ neidlos anerkennen.

Ein Jazz-Talent, das keine Noten braucht

Der 15-jährige Pianist Henrik Jordan ist mit dem Jazz-Bazillus infiziert. Foto: Janfeld

Der Ragtime ist als solcher phasenweise gar nicht mehr zu erkennen. Und auch den Ray-Charles-Klassiker „Hit the road Jack“ hat Henrik Jordan reichlich mit eigenen Motivkreationen verziert. Mit zarten Samba-Rhythmen und süffigen Swing-Einlagen ist der Soul-Hit versetzt und ab und an blitzen auch mal balladesk-impresssionistische Klänge auf. „Das ist Improvisation, das gehört zum Jazz dazu“, erklärt der 15-jährige Petrinum-Schüler aus Alt-Wulfen.

Improvisieren kann der junge Musiker, das ist unüberhörbar. Und das musste auch die hochkarätige Jazz-Professoren-Jury des Landeswettbewerbs „Jugend jazzt“ neidlos anerkennen. Der Wettbewerb fand Ende Januar in der Musikschule Dortmund statt. Mit 21,3 von 25 möglichen Punkten erreichte der junge Dorstener dort einen zweiten Preis. „Ich war total überrascht“, sagt das Jazz-Talent. „Damit konnte ich nun wirklich nicht rechnen.“

Im Herbst 2015 begonnen

Denn Henrik Jordan begann erst im Herbst 2015 mit dem Klavierspiel, „seitdem habe ich klassischen Unterricht bei Maria Balint an der Musikschule Dorsten“, erzählt er. Und den Jazz hat er sogar erst vor einem Jahr für sich entdeckt. „Da habe ich durch Zufall einen Boogie-Woogie bei Youtube gefunden.“ Bei seinen weiteren Recherchen hat er dann Klassiker wie „Summertime“ oder „Misty“ lieben gelernt. „Nur mit zeitgenössischem Jazz kann ich noch nicht all zu viel anfangen“, sagt er ganz ehrlich.

Als sich ihr Sohn mit dem Jazz-Bazillus infizierte, mussten die Eltern, Melanie Jordan und Martin Gerbes, sich erst mal auf die Suche nach einem weiteren Musiklehrer machen. Bei Detlef Arndt wurden sie fündig. „Er ist studierter Jazz-Musiker und betreibt in Marl die Musikschule Marlo“, so Melanie Jordan. „Und er hat uns dann nahegelegt, Henrik beim Wettbewerb anzumelden.“

70 Solisten waren neben dem Wulfener dabei. Henrik Jordan ist erst zehn Tage vor dem Wettbewerbs-Auftritt 15 Jahre alt geworden. „Ansonsten hätte ich in der Altersgruppe 11 bis 14 teilnehmen dürfen“, erzählt er. „Da hätte ich vielleicht mehr Punkte, weil die Anforderungen nicht so hoch wie bei den Älteren sind.“ Dennoch ist er natürlich mit seinem Ergebnis mehr als zufrieden. „Ich werde mich aber anstrengen, beim nächsten Mal noch besser zu sein.“

Ziel: Musik studieren

Der junge Musiker (weitere Hobbys: Tennis und Computerspiele) ist Mitglied im Schulorchester, hat mit Freunden bereits Rock- und Pop-Musik gespielt, hört auch in seiner Freizeit gerne Rockmusik, „gerne aus den 1980er- und 1990er-Jahren“. Nach seinem Erfolg möchte er jetzt gerne andere Jazz-Musiker kennenlernen, um mit ihnen gemeinsam zu proben und sich auch im Combo-Spiel weiterzuentwickeln. Denn für Henrik ist klar: „Als nächstes lerne ich Saxofon und dann möchte ich gerne an einer Musikhochschule Jazz studieren.“

Mit Jörg Hegemann

Für das Musiktalent, das im Durchschnitt täglich 30 bis 45 Minuten übt, steht als nächstes ein öffentlicher Jazz-Auftritt an: Das Preisträgerkonzert von „Jugend jazzt“ wird am Freitag (16. Februar) um 19.30 Uhr im Dortmunder Jazzclub „domicil“ stattfinden.

Seine Live-Feuertaufe hat Henrik Jordan allerdings bereits am vergangenen Wochenende bestanden. Da durfte er beim Auftritt von Jörg Hegemann in der Recklinghäuser Gaststätte „Boente“ vierhändig mit dem Boogie-Woogie-Star eine Improvisation abliefern. „Dem Publikum hat es gefallen“, erzählt der Gymnasiast stolz.