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Ehepaar kommt glimpflich davon

Dorsten Die Anschuldigungen wogen schwer: Konkursverschleppung, Urkundenfälschung und Betrug wurden einem Ehepaar aus Dorsten vorgeworfen, das jahrelang eine Spedition in Wulfen geführt hatte. Die 50-jährige Ehefrau, die als Krankenschwester arbeitet, war dabei die alleinige Geschäftsführerin, ihr Mann also nicht unterschriftsberechtigt.

Es war eine Mini-Spedition mit einem geleasten Lkw, die die beiden betrieben. Als der angestellte Fahrer krank wurde, die Verluste die GmbH-Einlage inzwischen aufgezehrt hatten, zog die Inhaberin die Reißleine: Sie stellte den Geschäftsbetrieb ein.

Dabei hatte sie die Rechnung ohne ihren Mann gemacht. "Der zeigte mir immer Prospekte von Lastwagen, die er kaufen wollte", sagte sie gestern vor dem Dorstener Schöffengericht aus, "dabei hatten wir doch gar kein Geld übrig."

Das schreckte den 56-jährigen nicht: Er unterschrieb zunächst einen Finanzierungs-Vertrag mit einer Leasing-Firma, und bestellte dann einen 120 000 Euro-Lkw bei einer Dorstener Firma, eine Spezialanfertigung eigens für ihn. Doch zum Deal kam es nicht: "Die Leasing-Firma wollte die Raten abbuchen, bevor der Lkw geliefert ist. Da habe ich die Zahlungen stoppen lassen", sagte der Angeklagte.

Insolvenz erklärt

Der Lkw-Händler merkte schnell, dass der 56-jährige nicht zahlen konnte und verklagte ihn auf Schadensersatz in fünfstelliger Höhe für den entgangenen Gewinn. Letztlich einigte man sich auf einen Vergleich. Erst da wurde bekannt, dass die Firma nicht mehr existierte, endlich wurde die Insolvenz erklärt.

"Ich wusste nicht, dass ich das vorher hätte machen müssen", so die 50-Jährige, die glaubhaft versichern konnte, dass sie bei Einstellung den Betrieb mit plus minus null abgeschlossen hat. "Die spätere Summe ist allein mit den Vergleichskosten zu erklären" - damit war der Vorwurf der Insolvenzverschleppung vom Tisch.

Auch der Ehemann kam glimpflich davon: Da kein Schaden entstand (den bestellten Lkw konnte der Händler wieder verkaufen) wurde das Verfahren eingestellt, mit der Auflage einer teilweisen Schadenswiedergutmachung in Höhe von 1 200 Euro. MK

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