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Fragebogen-Aktion St. Agatha

Dorstener zeichnen ihr Wunschbild von Kirche

DORSTEN Was ist den Menschen in der Kirche wichtig und worum soll sie sich kümmern? Das wollte die Pfarrei St. Agatha wissen - und nicht nur von den Katholiken. In den Straßen, im Kaufhaus, in den Gottesdiensten konnten die Menschen Fragebögen ausfüllen. "Das Ergebnis ist außerordentlich", freut sich Pfarrer Ulrich Franke.

Dorstener zeichnen ihr Wunschbild von Kirche

Pastoralreferent Stefan Biesterfeldt (l.), Pfarreiratsvorsitzende Claudia Esser und Pfarrer Ulrich Franke von der Steuerungsgruppe Pastoralplan freuen sich, dass noch mehr Menschen als von ihnen erwartet den Fragebogen ausgefüllt haben.

762 Frauen und 419 Männer haben die Fragebögen ausgefüllt. „Unser Ziel waren 1000“, sagt Pfarreiratsvorsitzende Claudia Esser. Und diese selbst gesetzte Vorgabe war schon optimistisch: „In anderen Pfarreien haben nur 300 Menschen mitgemacht“, weiß Esser aus dem Bistum Münster zu berichten. Nicht alle, aber die meisten Menschen, die Pfarrer Ulrich Franke selbst angesprochen hat, seien sehr aufgeschlossen gewesen. „Es ist gut, dass die Kirche auf uns zugeht. Unsere Meinung ist gefragt“, sei eine häufige Reaktion gewesen.

Gemeinschaft spielt eine große Rolle

"Gemeinschaft" ist den Menschen besonders wichtig. Das ist ein Ergebnis des Fragebogens. „Die Kirche wird sich also als Ort des Zusammenhalts gewünscht. Die Kirche als Ort in der Not, des Trostes, der Zuwendung spielt offensichtlich eine große Rolle“, sagt Pfarrer Franke.

Selbstkritisch merkt Claudia Esser an: „Wenn Gemeinschaft das ist, was die Menschen mit Kirche verbinden, aber nur sieben Prozent unsere Pfarreimitglieder in die Kirche kommen, dann ist das doch konträr. Die Menschen gehen zum Fußball ins Stadion, um Gemeinschaft zu erleben. Warum rennen die uns nicht die Bude ein?“, fragt sie sich.

Andere Öffentlichkeitsarbeit

Eine weitere Erkenntnis der Fragebogenaktion ist auch, dass sich die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche ändern muss, zumindest, wenn sie alle Menschen erreichen will. Denn während die über 65-Jährigen Pfarrbrief, Pfarrnachrichten und Zeitung als wichtigste Informationsquellen ansehen, wollen die unter 18-Jährigen vor allem über Whatsapp und die 18- bis 40-Jährigen vor allem über die Internetseite informiert werden. „Und die ist veraltet. Das bedeutet, dass Kinder und Jugendliche gar nicht mitbekommen, was wir machen“, sagt Esser.

Was wird gewünscht?

Was bedeuten diese Erkenntnisse nun? Welche Angebote müssen hinzukommen, damit die 93 Prozent stiller Kirchensteuerzahler sich in der Pfarrei wiederfinden? „Das wollen wir gar nicht entscheiden. Wir können den Menschen nicht Angebote vorsetzen und sie sollen die annehmen. Wir wollen von ihnen wissen: Was wünscht ihr euch“, sagt Esser.

Deswegen gibt es am 11. März eine Zukunftswerkstatt in der Gaststätte Maas-Timpert, Bochumer Straße 162. Von 18 bis 21 Uhr wird in einem Workshop an den Ideen für die Kirche der Zukunft gearbeitet. „Jeder, der mitarbeiten möchte, ist willkommen“, lädt Esser ein. 

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