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Bochum distanziert sich

Dorsten hält an der Life GmbH fest

Dorsten Die Stadt Dorsten hält weiter an dem Bochumer Jugendhilfeträger Life GmbH fest. In Bochum wurde die langjährige Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer des Unternehmens, Gerd Lichtenberger, endgültig aufgekündigt.

Dorsten hält an der Life GmbH fest

Die Unterkunft des Jungen "Paul" während seiner intensivpädagogischen Betreuung in Ungarn. Hier handelt es sich allerdings um einen rückwärtigen Anblick des Hofgeländes.

Geschäftsführer Gerd Lichtenberger sei Belege über die Qualifikation eines Auslandsbetreuers für einen Jugendlichen schuldig geblieben, das Vertrauensverhältnis sei zerrüttet, heißt es aus Bochum. Life hat auch die Jugendhilfemaßnahme für das Dorstener Kind „Paul“ in Ungarn organisiert. In Dorsten werden aktuell zwei weitere Kinder von „Life“-Leuten im In- und Ausland betreut. „Die Maßnahmen laufen gut“, hieß es am Freitag vonseiten der Stadt Dorsten.

Die intensivpädagogische Betreuung des damals elfjährigen „Paul“ in Ungarn von Herbst 2014 bis Frühjahr 2015 ist aber heftig umstritten. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt seit September im Fall „Paul“ wegen Betrugsverdachts gegen Gerd Lichtenberger.

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Dass sich nun auch in Bochum die Situation für Lichtenberger zugespitzt hat, begründete Thomas Sprenger, Stadtpressesprecher von Bochum, auf Anfrage so: „Stein des Anstoßes für die Aufkündigung der langjährigen Zusammenarbeit mit Lichtenberger war eine Auslandsmaßnahme in Frankreich. Obwohl sie laut unserer Sozialdezernentin erfolgreich verlaufen ist, wollte Gerd Lichtenberger keine Dokumente vorlegen, die die Qualifikation des Betreuers belegen.“ Lichtenberger habe sich anwaltlich beraten lassen. „Die von ihm beauftragte Rechtsanwaltskanzlei führt in einem Schreiben vom 14.12. aus, dass „es keinerlei Verpflichtung von Life für eine Veröffentlichung gibt“ – das hat die CDU-Ratsfraktion in Bochum in ihrem Antrag für die Ratssitzung am 17. Dezember, die Vorgehensweise der Life GmbH zu diskutieren, schriftlich so festgehalten. CDU-Fraktionssprecher Christian Haardt kündigte im Bochumer Rat an, dass die CDU sich vorbehalte, Lichtenberger zivil- und strafrechtlich zu belangen.

Dubiose Qualifikation

Auch „Pauls“ Auslandsbetreuer in Ungarn soll keine fachliche Qualifikation für die intensivpädagogische Betreuung eines elfjährigen Kindes gehabt haben. Die Stadt hatte seinerzeit aber keinen Hehl daraus gemacht, auf einen Mann vertraut zu haben, der „Paul“ eine väterliche Vorbildfigur sein sollte und nicht wegen seiner fachlichen Qualifikation ausgewählt worden sei. Gleichwohl lieferte das Dorstener Jugendamt der Öffentlichkeit ein Dokument, das den ungarischen Betreuer von „Paul“ als „staatlich anerkannten Psychologen und Pädagogen der Universität Dnjepropetrowsk/Ukraine ausweist“ (Dorstener Zeitung: 4. Juli 2015).

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff sagte am Freitag, dass die Stadt keinen Zweifel an den von „Life“ und dem Betreuer vorgelegten Dokumenten habe. Das hat Justiziarin Nina Laubenthal Lichtenberger schriftlich gegeben. Er wirbt damit auf seiner Homepage. 

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