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Seltener Beruf

Dorothee Gaupp ist die einzige Doula im Kreis Recklinghausen

DORSTEN Dorothee Gaupp schenkt Leben. Sie ist die einzige Doula im gesamten Kreis Recklinghausen. Ein seltener Beruf. Doch Gaupp ist sich sicher, dass dieser Zukunft hat.

Dorothee Gaupp ist die einzige Doula im Kreis Recklinghausen

Über eine Tragetuch-Beratung für ihren Erstgeborenen Jonas lernten sich Ines Kü hnemann (l.) und Dorothee Gaupp kennen. Für ihre Zwillinge, die im kommenden April das Licht der Welt erblicken, hat Ines Kühnemann (l.) Dorothee Gaupp als Doula schon gebucht.

Stecken Sie fünf Frauen in einen Raum. Nach einer halben Stunde unterhalten sie sich über ihre Geburten.“ Dorothee Gaupp weiß, wie prägend Schwangerschaft und Geburt für Frauen sind. Die heute 45-Jährige hat selber vier wunderbare Geburten erlebt. Nicht alle Frauen teilen dieses Glück. „Ich finde es schade, wenn diese Mütter durch ihre teils traumatischen Erlebnisse so negativ belastet sind.“ Das war der springende Punkt, warum Dorothee Gaupp sich bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung e.V. (GfG) zur GfG-Doula ausbilden ließ.

Das Wort „,Doula“ leitet sich aus dem griechischen „doleia“ ab und bedeutet „dienen“ oder „betreuen“. Eine Doula ist somit eine Frau, die durch ihre einfühlsame, kontinuierliche und individuelle Unterstützung die Gebärende vor, während und nach der Geburt begleitet. Voraussetzung: Sie muss selber Mutter sein und über fundierte Kenntnisse rund um die Geburt verfügen. „Wir ersetzen keine Hebamme, dazu fehlt uns das umfassende medizinische Wissen“, versteht sich die Doula als ergänzende Begleitung im Sinne einer ganzheitlichen Betreuung.

In den letzten hundert Jahren habe sich die Geburt von der häuslichen Umgebung in die Krankenhäuser verlagert, in denen die medizinisch-technische Betreuung Priorität besäße: „Oft lassen Personalmangel und andere Gründe im hektischen Klinikalltag eine intensive kontinuierliche Unterstützung nicht zu“, konstatiert Dorothee Gaupp. Trösten, ermutigen, umsorgen, massieren, Vorgänge und Abläufe erklären – die vertraute Begleiterin konzentriert sich voll auf die emotionalen Bedürfnisse der werdenden Mutter und ermutigt sie, Vertrauen in die Kraft ihres Körpers zu setzen.

„Der positive Einfluss der Doula auf die Geburt ist auch wissenschaftlich belegt“, verweist Dorothee Gaupp auf Studien von John Kenell und anderen, die beispielsweise eine signifikante Reduzierung bei der Geburtsdauer, dem Einsatz von Schmerzmitteln, Instrumenten etc. bestätigen. Schon vor der Geburt lernen sich Doula und Schwangere in vorbereitenden Gesprächen kennen. Stimmt die „Chemie“, schließen beide einen Vertrag ab: Rufbereitschaft bis zur Geburt sowie spätere Reflexion und Aufarbeitung des Geburtserlebnisses inbegriffen.

Ob Hausgeburt oder Entbindung im Krankenhaus – „ich gehe mit der Frau dorthin, wo sie gebären will“, versteht sich die Dorstenerin ganz im dienenden Sinne der Wortbedeutung „Doula“. Und was sagen die werdenden Väter im Kreißsaal dazu? „Die trauen sich dann endlich, zur Toilette zu gehen oder einen Kaffee zu trinken, weil sie wissen, dass ich in der Zwischenzeit ohne Schichtwechsel bei ihrer Frau bleibe“, entlastet Dorothee Gaupp auch die Ehemänner, die naturgemäß in dieser Situation stark gestresst sind.

Zwei, drei Geburten im Jahr – viele Einsätze konnte Dorothee Gaupp bislang noch nicht verzeichnen. Vielleicht liegt es daran, dass viele Frauen noch niemals von Doulas gehört haben. Oder zu spät, wie Ines Kühnemann: Ihr erstgeborener Sohn Jonas war schon auf der Welt, als sie auf der Suche nach einer Trageberatung für ihr Baby auf der Website von Dorothee Gaupp landete. „Schade, dass ich sie nicht schon früher getroffen habe“, bedauert die Dorstenerin. Aber noch hat sie eine zweite Chance: „Im kommenden April werden meine Zwillinge geboren“ – und Doula Dorothee ist schon gebucht.

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