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Facebook-Datenskandal reicht bis nach Dorsten

Daten bei Cambridge Analytica gelandet

Dorsten „Ich war ziemlich platt“, sagt eine Dorstenerin (59) über den Moment, als sie von Facebook informiert wurde, dass auch ihre Daten an die Firma Cambridge Analytica weitergegeben wurden.

Daten bei Cambridge Analytica gelandet

Das Datenskandal reicht bis nach Dorsten. Foto: Foto: dpa

Mit Berthold Fehmer sprach die Dorstenerin, die ihren Namen hier nicht lesen möchte, über die Konsequenzen, die sie aus dem Datenskandal gezogen hat.

Wie haben Sie erfahren, dass Sie Teil des Datenskandals sind?

Ich hatte auf den Hinweis einer Freundin hin schon mal auf eine Seite geklickt, auf der man sehen kann, ob man betroffen ist. Ich habe das aber nicht ernst genommen, weil ich gelesen hatte, dass Facebook die Nutzer selbst informieren will. Zwei, drei Tage später, am Samstag (14. April), war es dann soweit.

Und wie sah das aus?

Im Newsfeed tauchte der Hinweis auf. Nachdem ich das gelesen hatte, verschwand das wieder. Ich habe mich geärgert, dass ich keinen Screenshot gemacht habe.

Haben Sie selbst das Quiz mitgemacht, durch das Daten weitergegeben wurden?

Nein. Mit wem wirst du alt? Wer ist dein bester Freund auf Facebook? Als wenn ich für so was eine App bräuchte … Es ist so gewesen, das einer oder eine aus meiner Freundesliste auf die App „thisisyourdigitallife“ geklickt und dann zugestimmt hat, seine oder ihre Freundesliste zu teilen, obwohl ich das gar nicht will. Man kann davor nur warnen: Man liefert seine Freunde aus an diese Datenkraken.

Die Daten sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen Präsidenten Donald Trump ausgewertet worden sein. Sie als Deutsche kamen als Wählerin nicht in Frage.

Ich habe aber auch in meinen Posts nichts Nettes über Herrn Trump zu sagen gehabt.

Welche Konsequenz ziehen Sie jetzt daraus?

Mir ist die Lust auf Facebook ziemlich vergangen. Ich habe weniger gelikt und gepostet als sonst. Ich habe das etwa um 80 Prozent eingeschränkt. Und ich merke, dass mir das guttut.

Wie das?

Ich gehöre zu denen, die sich durchaus noch daran erinnern können, wie das Leben vor Facebook war. Ich mache in der Zeit einfach andere Sachen.

Werden Sie sich bei Facebook abmelden?

Nein. Interessant fand ich aber, dass auf meinen Post dazu, dass auch meine Daten weitergegeben wurden, von fast 400 Facebook-Freunden nur drei dazu Stellung genommen haben. Den Rest hat’s scheinbar nicht interessiert. Letztlich haben uns die Sozialen Netzwerke im Griff. Eigentlich sollten sie „Asoziale Netzwerke“ heißen.

Washington. Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist persönlich von dem aktuellen Datenskandal bei dem Online-Netzwerk betroffen. In einer Anhörung im US-Kongress sagte Zuckerberg auf eine entsprechende Frage, dass auch seine Informationen an das umstrittene Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica gegangen seien. Zuckerberg stellte sich zwei Tage in Folge Fragen in Ausschüssen des Senats und des Abgeordnetenhauses. Den Politikern gelang es nicht, den Milliardär mit kritischen Fragen in Bedrängnis zu bringen. Die Senatoren fielen mit lückenhaftem Wissen über Facebook auf.mehr...

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