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Im Interview

Cornelia Funke freut sich über Droste-Preis

Dorsten Für herausragende literarische Leistungen wird Autorin Cornelia Funke am Donnerstag (3.12.) im Kulturgut Haus Nottbeck/Oelde der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe verliehen. Über die Bedeutung dieser und anderer Ehrungen sprach Redakteurin Anke Klapsing-Reich im Vorfeld mit der berühmten Tochter Dorstens.

Cornelia Funke  freut sich über Droste-Preis

Cornelia Funke erhält den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.

Im September das Hamburger Tüdelband, im November der Bayrische Buchpreis in der Kategorie Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten und jetzt noch der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis - herzlichen Glückwunsch zu den vielfältigen Auszeichnungen, die Dich im Moment anlachen. Ist 2015 für Dich ein besonders erfolgreiches Jahr?

Ja, die Deutschen verwöhnen mich in diesem Jahr wirklich besonders. Und jeder Preis ist auf seine ganz eigene Weise wichtig und wunderbar. Ich rechne sie alle aber nicht so sehr als Erfolg - das ist so ein Ehrgeiz-/Wettbewerb-Wort, das mir noch nie viel gesagt hat -, sondern als Ausdruck der Wertschätzung für das Geschichtenerzählen und für die Kinder und Familien, die mein Publikum sind.

Gehören für eine international erfolgreiche Autorin Auszeichnungen als werbewirksame Begleiterscheinung zum "Show-Business" dazu?

An Werbewirksamkeit war ich noch nie sonderlich interessiert und ich begreife mich nicht als Teil des ‚Show-Business'.

Auszeichnung ist ja nicht gleich Auszeichnung. Ich könnte mir denken, dass es Ehrungen gibt, die einem viel oder auch weniger bedeuten. Welche Auszeichnung ist Dir bisher am wichtigsten gewesen?

Jede Auszeichnung ist aus einem anderen Grund wichtig. In diesem Jahr hat das Tüdelband mir sehr viel bedeutet, weil es aus meiner alten Heimatstadt Hamburg kam, an der ich immer noch sehr hänge. Die Verleihung des Bayerischen Bücherpreises an mich bedeutete auch eine Aufwertung der Kinderliteratur, was mich natürlich sehr gefreut hat, und der Droste-Hülshoff-Preis schließlich hat eine ganz besondere Bedeutung für mich, weil er durch seinen Namen eine Dichterin ehrt, deren Schreiben den Frauen eine poetische Stimme gab, als das meist den Männern überlassen wurde. Außerdem freut er mich natürlich zusätzlich als Westfälin.

Am Donnerstagabend nimmst Du im Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis entgegen. Was verbindest Du persönlich mit der westfälischen Autorin, die Anfang des 19. Jahrhunderts als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen galt?

Und immer noch gilt. Ihr Name begleitet mich natürlich seit meiner Kindheit und ich war immer neugierig auf das Leben, das hinter dem Namen steht. Seit ich erfahren habe, dass ich in Annette-von-Droste-Hülshoffs Namen geehrt werde, habe ich mir vorgenommen, mehr über sie zu erfahren. Und wer weiß, vielleicht verirrt sie sich ja eines Tages in meine Geschichten. Ich freue mich sehr, dass ich am 3.12. vor der Preisverleihung Gelegenheit haben werde, auf ihren Spuren zu wandeln.

Weißt Du schon, was Du mit dem Preisgeld von 12.800 Euro machst?

Nein. Aber vermutlich werde ich einiges davon einer Initiative zur Förderung von Mädchen und Frauen spenden. Ich nehme an, das wäre in Annettes Sinne.

Eine Frage, die jetzt gar nichts mit dem Thema "Auszeichnungen" zu tun hat, muss ich unbedingt noch stellen: Wann erscheint Deine "Drachenreiter-Fortsetzung "Die Feder eines Greifs" und was darfst Du über den Inhalt verraten? Ich habe das Buch über Nesselbrand & Co. damals meinem Sohn mit großer Begeisterung vorgelesen.

Das Buch erscheint im Herbst 2016, es spielt zwei Jahre nach Drachenreiter und man wird den meisten Figuren aus Buch 1 wiederbegegnen. Die Geschichte wird in Norwegen beginnen und nach Indonesien führen und man kann auf meiner Website schon ein paar Skizzen von mir zu den vorkommenden Tieren und Fabelwesen finden.

Wann flimmert das erste Drachenreiter-Abenteuer über die Kinoleinwände?

Ich nehme an, in etwa drei Jahren.

Und zu guter Letzt noch ein Blick in die Welt hinter dem Spiegel: Wie weit ist Band 4. Deiner Reckless-Reihe fortgeschritten?

Ich recherchiere derzeit japanische Märchen und habe die ersten zehn Kapitel grob skizziert.

Wir Dorstener freuen uns mit Dir über Deine Auszeichnungen und wünschen Dir einen wunderschönen Abend in Haus Nottbeck.

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