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Asbest und Taubenkot

Wulfen-Barkenberg Gespenstisch und ein bisschen unwirklich wirken momentan die Abriss-Häuser an der Dimker Allee. Hier lebt schon eine Weile keiner mehr, bereits im Januar haben die letzten Mieter dem einstigen Vorzeigeprojekt den Rücken gekehrt.

Seit Mai werden die Häuser entkernt, damit in gut einer Woche der erste große Abrissbagger seine Arbeit aufnehmen kann. Im Augenblick arbeitet sich ein 40 Mann starkes Team vom «Ypsilon-Bau» im Norden zu den südlichen Gebäuden. Dabei müssen alle 244 Wohnungen quasi per Hand entkernt werden - «bis auf den nackten Beton», sagt Volker Deutsch vom Planungsamt.

Vom großen Aufwand dieser Prozedur kann Bauleiter Jaouad Bourakkadi von der Firma Bodo Freimuth in Bülkau ein Liedchen singen: «Das ist unheimlich viel Arbeit und sehr langwierig.»

Viele Container mit Bauschutt wurden bereits abtransportiert, viele werden noch kommen. Denn: Die Bauarbeiter entfernen Fenster und Türen, sie müssen 700 schwere Nachtspeicherheizungen abmontieren - mehrere hundert Kilo wiegen die «dicksten» Exemplare - , die hölzernen Dachkonstruktionen werden komplett in Handarbeit abgerissen. Dazu kommt, dass sich in vielen verlassenen Wohnungen Tauben eingenistet haben, deren Hinterlassenschaften nun aufwändig entsorgt werden müssen.

Entrümpeln, Entkernen, Schadstoffbereinigung - auf diese Aufgaben konzentriert sich momentan Bourakkadis Team. Dabei haben die Bauarbeiter nicht nur mit Taubenkot zu kämpfen; auch die mit Asbest belasteten Nachtspeicherheizungen müssen staubfrei eingepackt und fachgerecht entsorgt werden. Das gleiche gilt für den Estrich und die Dämmwolle, die sich hinter dem Putz verbirgt. Handarbeit hin, Anstrengung her - Bauleiter Bourakkadi ist mit dem Fortschritt auf seiner Baustelle zufrieden, auf unerwartete Hürden stieß das Team bisher nicht: «Keine Überraschungen», so Bourakkadi.

Wohn-Kapitel ist vorbei

Die Entkernungsarbeiten schreiten jetzt also zügig voran, demnächst wird parallel mit den Abrissarbeiten begonnen. «Diese Woche kommt schon der kleine Bagger, der die Garagen anknabbert», weiß Stadtumbau-Koordinator Deutsch. Der große Bagger rückt dann demnächst an und macht den riesigen Gebäuden an der Dimker Allee endgültig den Garaus. Schließlich haben die Mietskasernen, die in den späten 60-er Jahren hochgezogen wurden, ihren Dienst getan. Bis Ende November sollen die Abrissarbeiten endgültig erledigt sein. ah

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