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Mercaden-Aushub türmt sich

Anwohner ärgern sich über "Mount Schutt"

Hervest "Wird das hier die zweite Hürfeld-Halde?" Mit Ironie kommentieren Anwohner, dass derzeit an der Halterner Straße ein Sand- und Schuttberg aus dem Boden wächst. Das Gelände der früheren Eon-Ruhrgas-Fläche wird als Zwischenlager für den Bodenaushub aus dem Lippetor-Bereich genutzt.

Anwohner ärgern sich über "Mount Schutt"

Ein riesiger Sand- und Schuttberg türmt sich zum Leidwesen der Anwohner an der Halterner Straße in Hervest. Obwohl die Zufahrten zweimal täglich gewässert werden, staubt es jedesmal mächtig, wenn Lkw den "Mount Schutt" ansteuern.

Manchen Anwohnern ist aber nicht mehr zum Spaßen zumute. So beklagt ein Hervester Bürger, dass sein gesamtes Grundstück regelmäßig von einer Staubwolke bedeckt wird: „Ich muss regelmäßig zum Wasserschlauch greifen und den Dreck wegspritzen. Aber schon am nächsten Tag ist alles wieder schmutzig.“

Der Betroffene hat sich deshalb mit der Bitte an die Stadt gewandt, ihm bei der Abwassergebühr nur die Menge aus dem Vorjahr in Rechnung zu stellen: „Dass es diesmal deutlich mehr wird, ist ja nicht meine Schuld.“ Zunächst war sein Ansinnen abschlägig beschieden worden. Es hieß, wegen der Windrichtung könne der Schmutz gar nicht vom Sandberg stammen. Auch werde dort zweimal täglich der Boden gewässert, um eine Staubbildung zu vermeiden. „Das funktioniert aber nicht“, monieren Anwohner. Und der Schmutz auf Grundstücken, Zufahrten und Vorgärten stamme eindeutig vom Sandberg. Vor allem von den Lkw-Ladeflächen riesele jede Menge Sand und Staub herab. Eine Erfahrung, die auch Ex-Bürgermeister Lambert Lütkenhorst machte: „Die Fahrbahn ist dort ständig gelb vor Sand. Und wenn Sie direkt hinter einem Lkw herfahren, dann stecken Sie in einer Nebelwolke und sehen fast nichts.“ Bürgermeister Tobias Stockhoff hat vergangene Woche zugesagt, den Sachverhalt nochmals zu prüfen. Wie lange der Hügel an Ort und Stelle verbleibt, ist unklar.

Beim Info-Nachmittag zur Gestaltung des Lippetorplatzes im Fundbüro für Stadtideen hieß es noch, das Material werde zum Verfüllen der alten Unterführungen verwendet. Nach einer neuen Auskunft der Stadtverwaltung trifft dies nur bedingt zu. Nach Fertigstellung von Fundament und Untergeschoss des Mercaden-Gebäudekomplexes, so Pressesprecherin Lisa Bauckhorn, solle von der Firma Strünker ein Teil des Aushubs zur Verfüllung und Anpassung der Grube an das Bauwerk genutzt werden. Aber wo bleibt der Rest? Bauckhorn: „Die Stadt Dorsten hat die Firma Walter Bau beauftragt, den Westwall abzubrechen und das Material zu entsorgen. Im Auftrag enthalten ist auch die Verfüllung mit qualifiziertem Füllmaterial. Inwieweit die Firma recycelten Bauschutt dazu verwendet, ist im Rathaus nicht bekannt. Und wo die Firma Walter Bau ihr Abbruchmaterial aus dem Westwall lagert, wissen wir nicht. Das Ganze ist in einem Komplettpaket vergeben worden.“ Viele offene Fragen also. Aber wie lange noch vor ihrer Nase ein Sandberg liegt, dürfte für die Anwohner die spannendste sein.

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