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Brutaler Überfall auf Taxifahrer

Anwalt: Räuber litt unter „schrecklichen Schmerzen“

Dorsten Schreckliche Schmerzen litt ein Dorstener. Deshalb beraubte er einen Taxifahrer. Das behauptet er jetzt als Angeklagter vor Gericht. Sein Bruder zeigte den Mann an, nachdem die Polizei jahrelang ergebnislos nach dem Räuber gefahndet hatte. Nur deshalb kam es zum Prozess.

Anwalt: Räuber litt unter „schrecklichen Schmerzen“

Knapp fünf Jahre nach einem Überfall auf einen Marler Taxifahrer muss sich ein Vater aus Dorsten seit Mittwoch doch noch vor Gericht verantworten. Sein eigener Bruder hatte ihn angezeigt.

Der 50-jährige Angeklagte hatte nach der Tat im April 2013 unerkannt flüchten können. Es gab zwar ein gutes Phantombild, trotzdem schöpfte niemand Verdacht. Einer der ganz wenigen, die alles wussten, war sein eigener Bruder. Auch der hatte lange geschwiegen, war dann aber doch noch zur Polizei gegangen. Auslöser der Tat war offenbar Verzweiflung. Der Angeklagte ist seit über zehn Jahren arbeitsunfähig. Er leidet unter Depressionen und extremen Schmerzen, nachdem eine Bandscheiben-OP völlig daneben gegangen war.

„Manchmal ging er vor Schmerzen die Wände hoch“, sagte sein Verteidiger Siegmund Benecken vor dem Essener Landgericht. „Sein Leben bestand nur noch darin, mit den Schmerzen fertig zu werden.“

In der Nacht auf den 19. April 2013 war es offenbar wieder besonders schlimm. An seine ärztlich verordnete Morphium-Ration kam der Angeklagte jedoch nicht ran. Die hatte seine Frau versteckt, weil sie Angst hatte, dass er eine Überdosis nehmen könne. Also wollte sich der 50-Jährige Kokain besorgen. „Ich wusste, dass mir das hilft“, sagte er den Richtern.

Es war kein Geld im Haus


Weil aber auch kein Geld im Haus war, entschloss er sich zum Überfall. „Ich habe ein Messer genommen, um einen Taxifahrer auszurauben“, sagte er den Richtern. Der 50-Jährige, der damals noch in Marl wohnte, ließ sich etwa drei Kilometer weit fahren, zückte dann sein Messer. Der Taxifahrer war fassungslos. „Der war nämlich sehr nett“, sagte er den Richtern bei seiner Zeugenvernehmung. „Wir hatten uns gut unterhalten.“ Am Ende sah sich der 47-Jährige sogar gezwungen, sich zu verteidigen. Er griff in die Klinge und verletzte sich.

Der Angeklagte war nach der Tat zu einer Freundin geflüchtet und morgens wieder nach Hause gegangen – als wenn nichts gewesen wäre. Später zog er nach Dorsten. Vor Gericht droht ihm nun eine Gefängnisstrafe.

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