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Startschuss für die Entschlammung fällt nächste Woche

Mühlenteich

Der Mühlenteich wird ab nächster Woche zu einer Baustelle. Anwohner waren am Mittwoch zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Der Schlamm kommt raus, die Natur aber erhalten werden.

Frohlinde

von Matthias Stachelhaus

, 13.07.2018
Startschuss für die Entschlammung fällt nächste Woche

Der Schlammkegel im Mühlenteich soll verschwinden. © Matthias Stachelhaus

Im Zuge der Sanierung der ehemaligen Deponie Brandheide wird jetzt auch der Mühlenteich entschlammt. Nächste Woche wird die Baustelle an der Merklinder Straße eingerichtet und die Arbeiten starten. Deswegen hatten EUV-Stadtbetrieb, der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) und Vertreter der Bauleitung zu einer Infoveranstaltung vor Ort eingeladen. Dem regnerischen Wetter zum Trotz folgten der etwa 20 Anwohner und Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlenteich“.

Bevor die Bagger beginnen können, 4000 Kubikmeter Schlamm aus dem Teich zu holen, muss erst einmal das Wasser raus. Dazu werden die drei Zuflüsse mit Dämmen abgesperrt und der Wasserzulauf über Pumpen umgeleitet, erklärt Landschaftsarchitekt Moritz Rohde von der Bauüberwachung das Vorgehen. Zeitgleich wird das Wehr, das den Abfluss des Mühlenteichs in den Mühlenbach regelt, geöffnet. Weil nicht nur das Wasser ablaufen muss, sondern auch der Schlamm für den Abtransport trocken sein soll, plant man mit einer Dauer von etwa sechs Wochen.

Problem Lösschlamm

„Der Lösschlamm gibt nur ungern Wasser ab“, sagt Thorsten Werth-von Kampen, stellvertretender Vorstand des EUV. Dafür werde er unter Vibrationen fliesfähig – sprich flüssig – etwa beim Transport mit dem Lkw. Da der von der Deponie belastete Schlamm an der Brandheide wieder eingebaut wird, muss er aber so fest wie möglich sein. „Wir können da mit Kalk gegenarbeiten, aber je trockener das Material ist, desto besser“, so Werth-von Kampen. Wenn alles klappt, beträgt der Wasserpegel nach Ende der Arbeiten wieder einen Meter.

Und was passiert mit den Sedimentationsanlagen, die eine Versandung des Teichs verhindern sollen? Erst einmal nichts. „Für diese Anlagen ist die Stadt verantwortlich“, so Werth-von Kampen. Für Betrieb und Wartung habe es bisher kein Geld gegeben. „Eine Anfrage liegt der Stadt vor. Bisher haben wir noch keine Antwort“, sagt Guido Osterwald, Vorsitzender der Bürgerinitiative.

Neue Bänke und Wege

Umsetzen wird man nach Ende der Arbeiten auch einige Wünsche der Anwohner, soweit es der Wiederherstellung dient. Dazu sollen neue Bänke gehören, neue Oberflächen für die Wege und am Ufer an der Merklinder Straße soll „man an das Wasser herantreten können“, sagt Werth-von Kampen. Das rückseitige Ufer soll der Natur gehören. Das ist jetzt schon so, dort wird sich also nicht viel ändern. Ein blaues Klassenzimmer könnte auf der Fläche des alten Spielplatzes entstehen und eine Lösung für den rollatorunfreundlichen Überweg über den Mühlenbach wird auch gesucht.

Fische und Vögel ziehen um

Auch um Fische, Vögel und Fledermäuse sorgen sich die Anwohner. Hier gibt der für die ökologische Überwachung der Baustelle zuständige Biologe Ingo Bünning Antworten. „Die Fledermäuse werden nicht beeinträchtigt, die Wasservögel werden auf die Teiche in der Nähe ausweichen, die Brutzeit ist fast vorbei.“ Anders sieht es für die Fische aus, die ab nächster Woche aus dem Teich geholt werden. „Sie werden mit einer Elektrobefischung kurz betäubt, abgekeschert und dann in einem anderen Gewässer wieder ausgesetzt“, so Bünning. Die Wiederbevölkerung des Mühlenteichs nach Ende der Arbeiten sei durch den Zufluss aus dem Fischteich gewährleistet.

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