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Rätselhafte Knöllchen

Castrop Noch am Morgen hatte Halil Durmaz in den Ruhr Nachrichten gelesen, dass der Parkschein gut sichtbar im Auto hinterlegt werden muss. Er tat dies und bekam trotzdem ein Knöllchen.

Und wieder fand die scheinbar unberechtigte Knöllchenvergabe an der Wittener Straße statt - so wie bei Christiane Lose (wir berichteten gestern). «Ich habe zwei Parkscheine gelöst», sagt Halil Durmaz und hält die beiden Belege hoch. «Trotzdem klebte dieser orangefarbene Zettel an meiner Autoscheibe als ich zurückkam». Die Parkzeit hatte er noch längst nicht überschritten. Halil Durmaz löste ein weiteres Parkticket für 30 Minuten, legte dieses - wie zuvor auch - gut sichtbar in sein Fahrzeug und machte sich auf die Suche nach den Politessen. Vergebens. Jetzt will er auf den Verwarngeldbescheid warten und Widerspruch einlegen. «Aber letzten Endes werde ich bezahlen müssen», befürchtet der 45-Jährige. Die Politessen hätten ja immer Recht.

Mehrere Leser meldeten sich nach unserem Knöllchen-Artikel in der Redaktion und berichteten von ähnlichen Erlebnissen, meist in der Nähe der Wittener Straße. Die Frau eines städtischen Angestellten, deren Name nicht genannt werden darf, sagt: «Da muss eine Politesse unterwegs sein, die sehr schnell mit dem Finger dabei ist.» Auch sie hätte bereits ein Knöllchen bekommen, obwohl der Parkschein offensichtlich auf dem Armaturenbrett hinterlegt war. Ihr Widerspruch wurde abgeschmettert. «Ich bin doch ein ordentlicher Bürger und bezahle die Parkgebühren», ärgert sie sich.

Ordnungsamtsleiter Manfred Koert zuckt nur mit den Schultern. «Was soll ich dazu jetzt sagen», fragt er und wiederholt nochmals seine Aussagen vom Dienstag. Die Politessen seien angehalten genau zu schauen, ob ein Parkschein vorhanden ist. «Von wegen», behauptet die Frau des städtischen Mitarbeiters. Eine Politesse hätte ihr gesagt, sie sei nicht verpflichtet nach Parkscheinen zu suchen, sondern müsse nur übers Armaturenbrett sehen. Geht da ein schwarzes Knöllchen-Schaf um? Einig waren sich die Betroffenen, dass irgendwas bei der Knöllchenvergabe vor allem in der Castroper Innenstadt nicht mit rechten Dingen zugehen könne. b-r

295 000 Euro will die Stadt in diesem Jahr mit Verwarngeldern, die in der Regel zwischen 5 und 15 Euro liegen, für Falschparker einnehmen.

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