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Prügeln oder verprügelt werden

Die amerikanische Sportkultur fruchtete im Sportlerherz des Castrop-Rauxelers Kasra Abrar. Im Januar 2006 kam der jüngst 20 Jahre alt gewordene Europastädter aus dem einjährigen USA-Aufenthalt zurück und hatte Begeisterung für den American Football im Koffer mitgebracht.

Die Vereinssuche im heimatlichen Ruhrgebiet endete in Dortmund bei den dort ansässigen «Giants». Abrar, der in Amerika aktiv nur Rugby gespielt hatte, musste sich für eine Position entscheiden.

Schmunzelnd stellte sein Trainer die alles entscheidende Frage: «Willst du prügeln oder verprügelt werden?» Kasra entschied sich für «prügeln» - sportlicher ausgedrückt: Für die Defensive. Hier erwies er sich als schnell und guter Fänger, war damit Bestandteil des Erfolges seines Teams in seiner ersten Spielzeit.

Regionalliga-Aufstieg

Dortmund stieg jetzt in die Regionalliga auf. Zum Saisonabschluss gab es für die Giants ein unglückliches 13:26 (7:6, 3:10, 3:0, 0:13) gegen Vorjahresmeister Bonn Gamecocks. Zwei Minuten vor dem Ende war für die «Giganten» beim Spielstand von 13:13 noch alles drin, ehe die routinierten Gäste nach dem Hinspiel (27:26) auch den zweiten Saisonvergleich für sich entschieden.

Kasra Abrar hatte als Kicker mit dem Extra-Punkt zum 7:6 für die einzige Dortmunder Führung gesorgt. Später verkürzte der Castrop-Rauxeler mit einem «Field Goal» (Feldtor) aus der beachtlichen Entfernung von 44 Yards noch auf 10:13. Dem nicht nur im Kick-Spiel überzeugenden Abrar war es im dritten Durchgang dann auch vorbehalten, mit einem weiteren weiten «Field Goal» (aus immerhin 42 Yards) den Ausgleich zum 13:13 zu erzielen.

Vor der Saison versetzte ihn sein Coach, aufgrund seiner Lauf-Geschwindigkeit, in die Offense (Angriff). Momentan rangieren die Giants auf dem dritten Tabellenplatz. Abrars Nahziel: «In zwei bis drei Jahren will ich in die 2. Bundesliga aufsteigen.» Und auch einen etwas ferneren Traum hat der Europastädter: «Die 1. Bundesliga wäre toll. Vielleicht habe ich auch die Chance, es als Kicker in die NFL-Europe zu schaffen.»

Anstrengende Wochen

Ein Kicker anderer Art ist Kasrar nämlich schon bedeutend länger als Footballer. Bei der SG Castrop spielt Abrar - ebenfalls als Torschütze - in der Fußball-Kreisliga B. Das führt in der Hoch-Zeit zu anstrengenden Sportwochen, die er neben dem Studium des International Managements organisieren muss.

Mittwochs muss sich der Sportler entscheiden, welche der zeitgleichen Trainingseinheiten er vorzieht - Football oder Fußball. Spiele für die SG Castrop bestreitet Abrar sonntags. Samstags setzt er für seine Giants den Helm auf.

Trotz dieses Termin-Stresses plant Abrar nicht, in naher Zukunft mit einer der beiden Sportarten zu brechen. Auch wenn er weiß: «Im Football kann ich es wesentlich weiter bringen als im Fußball.» fko

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