Prügelei unter Hundehaltern

Schwerin Tritte in den Bauch und Schläge mit der Leine - so gingen zwei Hundehalter auf der Schweriner Halde aufeinander los, weil ihre Vierbeiner miteinander spielen wollten.

Das hatte an jenem Novembernachmittag 2006 der Besitzer einer frisch operierten Schäferhündin zu verhindern versucht. Allerdings tat- und schlagkräftig. Deshalb musste er gestern im Amtsgericht erscheinen.

Tritt in den Bauch

Angeklagt wegen schwerer Körperverletzung, schilderte der 26-jährige Hundebesitzer seine Version des Geschehens. Er sei mit seiner Schäferhündin, die drei Tage zuvor kastriert worden war, zum ersten Mal nach der Operation auf der Halde spazieren gegangen. Das Tier war angeleint, als ein anderer, großer Hund auf ihn zusprang. Seine Hündin habe sofort vor Schmerzen gejault, so dass er die Besitzerin gebeten habe, ihren Hund anzuleinen. Stattdessen sei diese mit Fäusten auf ihn losgegangen und habe ihn getreten. Als sie dann auch noch mit der Leine auf seinen Hund eingeschlagen habe, habe er - äußerst besorgt um seine frisch operierte Hündin - zurückgetreten. In den Bauch. Aber nur einmal. Außer sich vor Wut, weil die Frau ihn mit unflätigen Ausdrücken überschüttet hätte.

Zwei Versionen

Die Zeugin, eine 44-jährige Nachbarin des Angeklagten, lieferte eine völlig andere Version. Ihr sei der Angeklagte auf der Halde mit seinem Hund entgegen gekommen. Noch bevor ihr Hund - der frei lief - den anderen Hund erreicht hätte, sei ihr der Hundehalter entgegen gesprungen und habe ihr zwei Mal in den Bauch getreten. Dreimal habe er dann mit der Leine auf ihren Kopf eindroschen. Warum sie ihren Hund, der angeblich gut hört, nicht einfach zurückgepfiffen habe, konnte sie nicht erklären. Denn dann hätte sie sich einiges erspart. Drei Tage musste sie nach dem Geschehen im Rochus-Hospital bleiben: Bauchtrauma, Schädelprellung und Angstzustände. Darunter leidet heute noch die kleine Tochter, die das Geschehen mit angesehen hat und nun therapiert werden muss.

Harte Forderungen

Hart waren die Forderungen der Staatsanwältin. Ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung, dazu 150 Stunden gemeinnützige Arbeit forderte sie für die gefährliche Körperverletzung. Der von den Zeugen engagierte Anwalt sprach als Nebenkläger von einer brutalen, heimtückischen Tat, wollte sich aber mit einer Geldstrafe zufrieden geben, dazu Schmerzensgeld für seine Mandantin. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte dagegen auf einfache Körperverletzung, wies auf viele Unstimmigkeiten in den Schilderungen hin.

90 Tagessätze zu je zehn Euro verhängte Amtsrichter Schwarz schließlich, blieb bei gefährlicher Körperverletzung, jedoch in einem minderschweren Fall. Reg