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Parkschein allein schützt vor Knöllchen nicht

Castrop-Rauxel «Selbstverständlich hatte ich einen Parkschein», sagt Christiane Lose. Ein Knöllchen bekam sie trotzdem. «Sehr geehrte Verkehrsteilnehmerin, Sie haben ihr Fahrzeug verkehrswidrig abgestellt», steht auf der orangefarbenen Papierkarte. Unterschrieben mit freundlichen Grüßen des Bereichs Ordnungswesen.

Die Grüße kümmern Christiane Lose herzlich wenig. Sie hatte schließlich einen Parkschein und rief umgehend beim Ordnungsamt an. Dort wurde sie auf den Anhörungsbogen vertröstet, der ihr innerhalb weniger Wochen zugesendet werde. Diesen solle sie zusammen mit dem Parkschein einschicken und alles werde sich in Wohlgefallen auflösen.

Deutlich sichtbar

Tat es nicht. Nach Rücksprache mit der zuständigen Politesse könne von einem Verwarngeld nicht abgesehen werden, hieß es nun in einem Schreiben des Ordnungsamtes. Christiane Lose schüttelt nur mit dem Kopf. «Da fühle ich mich veralbert», sagt sie. «Den Widerspruch hätte ich mir sparen können.»

Doch Ordnungsamtsleiter Manfred Koert (Foto) nimmt seine Mitarbeiter in Schutz. «Es reicht nicht, nur einen Parkschein zu besitzen, sondern man muss diesen auch deutlich sichtbar auslegen», erklärt er. Andernfalls sei ein Verwarngeld fällig. Dabei muss der Parkzettel nicht unbedingt auf dem Armaturenbrett liegen. Fahrer- oder Beifahrersitz gelten ebenso als deutlich sichtbare Orte.

Christiane Lose sagt, ihr Parkschein sei gut sichtbar gewesen. Die Politesse sagt, sie habe nichts gesehen. «So klein sind die nicht», sagt Koert. Und die Politessen seien auch nicht blind, sondern geschultes Personal, fügt er noch hinzu. «Die gehen auch um das Auto herum und suchen den Parkschein.» Also glaubt das Amt im Zweifelsfall der Frau in Uniform. Der Bürger ist in der Beweispflicht.

Zähneknirschend zahlen

«Ich will nichts unterstellen, aber es gibt Menschen, die kommen später mit einem Parkschein an, den sie gar nicht selbst gezogen haben», rechtfertigt der Ordnungsamtsleiter den Zahlungsbescheid. Ihn wird Christiane Lose jetzt bezahlen - zähneknirschend. Nicht wegen des Geldes, sondern weil sie sich zu Unrecht bestraft fühlt. b-r

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