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Palmen im Revier

Castrop-Rauxel Das milde Klima bringt die Bürger auf die Palme. Genauer gesagt, auf die Trachycarpus fortunei. Diese Palmen, früher ein Symbol für heitere Urlaubswochen im sonnigen Süden, haben eine Nordwanderung angetreten.

Vom Bodensee bis zur Deutschen Bucht schmückt die Pflanze inzwischen die heimischen Gärten. Klimaforscher betrachten sie als Indikator für die globale Klimaerwärmung.

Ulf Drippe, Gärtnermeister in der Europastadt, bestätigt den Trend. Der imposante Olivenbaum vor seinem Gartencenter zieht viele Blicke auf sich. Und die Palmen erfreuen sich reger Nachfrage. «Früher habe ich vielleicht zwei Palmen im Jahr verkauft. In diesem Jahr sind es schon ein Dutzend», zieht er Bilanz. Und rechnet mit einem zweiten Nachfrageboom nach den Ferien, wenn sich viele Urlauber mit Palmen, Ölbäumen oder Zitruspflanzen die Urlaubsatmosphäre daheim konservieren wollen.

Auch Minusgrade

Und bei den derzeitigen Temperaturen fühlen sich Palme und Co ausgesprochen wohl. Doch Wetter ist nicht gleich Klima, stellen die Meteorologen klar. Denn das Klima fasst die Wetterlagen von 30 Jahren zusammen. Aber genau hier lässt sich der Wandel belegen. Es wird wärmer. So hat Deutschland im letzten Jahrhundert im Durchschnitt um 0,9 Grad zugelegt.

Trotzdem kann es natürlich auch wieder einen kalten Winter geben, warnt Ulf Drippe. Für die Trachycarpus fortunei mit der Heimat Asien kein Problem. Die kann bis zu minus 17 Grad aushalten. Da braucht die Phoenix roebelinii, die Dattelpalme aus Afrika, schon eine warme Hülle oder ein Plätzchen im Wintergarten.

Olivenbäume

Olivenbäume sind da schon abgehärteter. Sie halten in der Regel bis zu 12 Grad unter Null aus. Das spart auch dem Grünflächenamt der Stadt Arbeit. Ein Olivenbaum zählt auch zum Keltischen Baumkreis auf der Halde Schwerin und hat, so Amtsleiter Norbert Weißenberg, die letzten Winter ohne besondere Schutzmaßnahmen bestens überstanden.

Wer seine Exoten vorsichtshalber doch vor widrigem Wetter schützen möchte, dem empfiehlt Gärtnermeister Drippe Hüllen aus Strohmatten. Außerdem ist es besser, diese Pflanzen in den Boden zu setzen weil die Wurzeln im Kübel viel schneller erfrieren können.

Heiße Bäckchen bekommen dagegen viele Apfelsorten im Sommer. Und das tut einigen gar nicht gut. Viele Obstbauern verzichten mittlerweile auf den Anbau der Sorte Cox Orange, die die Hitze nicht gut abkann, und greifen zu neuseeländischen Braeburn-Äpfeln.

Kumkuat-Früchte

Sonne lieben auch die Kumkuat-Früchte, die bei Drippe an der Fortunella margarita leuchten. Kleine Zitronen, Mandarinen und diese Kumkuat sind schon seit einigen Jahren bei den Hobbygärtnern beliebt. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern schmecken auch noch, besonders gezuckert und in Schnaps eingelegt. Reg

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