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Leichen im Keller

CASTROP-RAUXEL Einen 80 Jahre alten Edgar-Wallace- Schinken so zu straffen, dass „Der Zinker“ ein heutiges Publikum in seinen Bann zieht, hat sich Reinhardt Friese für das WLT zur Aufgabe gemacht.

Leichen im Keller

Julia Gutjahr und Guido Thurk im „Zinker“.

Und dabei hat der Regisseur einiges gekürzt: Handlungsstränge, unnütze Wiederholungen und sogar Figuren: Die acht Schauspieler, die mit dem 39-Jährigen arbeiten, haben mehrere Rollen bekommen – nicht nur wegen des begrenzten Etats. „Dadurch haben wir mit wenigen Mitteln ein Erzähltempo erreicht, das viel heutiger ist. Die Geschichte ist trotzdem so spannend gehalten, dass immer noch jeder verdächtig ist und das Publikum bis zum Ende mitraten kann“, verspricht Reinhardt Friese. Die Geschichte habe – obwohl sie 1927 spielt und die Zeitung noch „das“ Medium schlechthin ist – nichts an ihrer Aktualität verloren. Auf der einen Seite steht das klassische Strickmuster des Kriminalfalls: Der Zinker, ein Unbekannter, sorgt für Unruhe in der Londonder Unterwelt. Immer, wenn gestohlene Ware auf den Markt kommt, versucht er sie zu Tiefstpreisen an sich zu reißen. Gehen die Diebe darauf nicht ein, „verzinkt“ er sie bei Scotland Yard oder bringt sie um... Verbrechen unter Verbrechern mögen den Normalbürger nicht interessieren, aber der Fall erstreckt sich bis in bürgerliche Kreise. „Hier wird deutlich, dass niemand das ist, was er zu sein scheint. Jeder hat Leichen im Keller“, erzählt Reinhardt Friese. Genau hier liege der aktuelle Bezug. Für die Bühnenausstattung hat sich Annette Mahlendorf einiges einfallen lassen. Der Rahmen ist die Titelseite der Zeitung „Tribune“, die über den Zinker berichtet. Aus dieser Seite entwickeln sich verschiedene Schauplätze. „Für alles haben wir die Schwarz-Weiß-Optik gewählt“, kündigt der Regisseur an. Schließlich gehe es um die 20er Jahre, Mord und Verbrechen.  Premiere: 13.10., 20 Uhr, Studio; weitere Aufführungen: 14., 21., 28.10., 4.11. um 18 Uhr und 20., 27.10. und 12.1. um 20 Uhr. Karten: Tel. 97 80 20

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