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Ermittler sagt bei Voodoo-Prozess aus

Kommissar erzählt von kurioser Befragung der Prostituierten

Castrop-Rauxel/Selm/Dorsten Im Prozess um Menschenhandel und Ausbeutung in Bordellen in Castrop-Rauxel und Umgebung hat ein Kriminalbeamter als Zeuge enthüllt, wie sehr eine von ihm befragte Prostituierte unter dem Einfluss eines Voodoo-Rituals gestanden hat. „Sie wollte reden, konnte aber nicht.“

Merkwürdiger Ausweis, merkwürdige Verständigungsschwierigkeiten: Dem Ermittler (55) war die dunkelhäutige Prostituierte vor zwei Jahren bei einer Kontrolle in einem Herner Rotlicht-Club aufgefallen.

Die Frau habe nicht ein Wort französisch verstanden, obwohl sie angeblich laut Pass in Paris geboren sein sollte, erinnerte sich ein Kriminalhauptkommissar am Donnerstag. Die Vernehmungen mit dieser Prostituierten hätten sich später als extrem zäh erwiesen.

Schwierige Vernehmung

„Auf eine Antwort wartete ich teilweise bis zu fünf Minuten“, so der Zeuge. Die Nigerianerin habe wie gelähmt gewirkt, geweint und ihr Gesicht zwischen ihren Beinen vergraben. Vor allem beim Thema Voodoo. „Kaum hatte ich das Wort nur ausgesprochen, wurden ihre Augen sofort größer und größer“, sagte der Zeuge vor dem Bochumer Landgericht.

CASTROP-RAUXEL/SELM/DORSTEN Angelockt mit falschen Versprechungen und belegt mit rituellen Schwüren soll eine Gruppe junger Nigerianerinnen ab 2015 ins Ruhrgebiet geschleust und hier in Bordellen zur Prostitution gezwungen worden sein - unter anderem in Castrop-Rauxel, Selm und Dorsten. Seit Mittwoch beschäftigt ihr Fall das Bochumer Landgericht.mehr...

Die Frau habe offensichtlich reden wollen, konnte es aber nicht. Und das, was sie ihm anfänglich über ihre „Reise nach Europa“ erzählt habe, sei „klar gelogen“ gewesen, so der Beamte.

Es habe schließlich stundenlanger Befragungen bedurft, um die „Voodoo-Blockade“ lockern zu können und ernsthafte Angaben zur Herkunft, zum Alter und der beschwerlichen Schleusung von Afrika bis ins Ruhrgebiet zu bekommen.

Die sechs Angeklagten (vier Männer, zwei Frauen) sollen bis Mai 2017 in Serie Frauen aus ihrer Heimat Nigeria nach Europa eingeschleust und dann hier an regionale Bordelle, darunter auch einen Club in Castrop-Rauxel, vermittelt haben.

Ein Voodoo-Fluch mit großer Reichweite

Vater forderte 1000 Euro, um den Fluch aufzuheben

SELM/CASTROP-RAUXEL/DORSTEN Ein Voodoo-Schwur, der über 4700 Kilometer wirken soll, und ein Vater, der gnadenlos am Schicksal seiner Tochter mitverdient haben soll: Mit neuen Details ist am Freitag der Prozess um Menschenhandel und Zwangsprostitution fortgesetzt worden.mehr...

Laut Anklage wurden die Frauen vor der Ausreise mit einem Voodoo-Fluch belegt, wonach großes Pech über sie hereinbrechen soll, wenn sie Hintergründe und Verantwortliche der Schleusung verraten. Der Prozess wird fortgesetzt.

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