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Am Castroper Markt mit Schlagstock verprügelt

Gericht verhängt Bewährungsstrafe nach Streit am Kiosk

Castrop. Der Angreifer wurde zuvor selbst angegriffen - trotzdem verhängte der Richter am Amtsgericht Castrop-Rauxel am Dienstag gegen einen 27-Jährigen eine Bewährungsstrafe. Er hatte einen Schlagstock eingesetzt.

Gericht verhängt Bewährungsstrafe nach Streit am Kiosk

Der 27. Juli war für den 27-Jährigen ein verhängnisvoller Tag. Die Geschehnisse am Altstadtmarkt brachten ihm Dienstag im Amtsgericht eine zehnmonatige Bewährungsstrafe ein. Dabei war Mann anfangs sogar der Geschädigte. Aber sein Verhalten, nachdem er einen Faustschlag kassiert hatte, brachte ihn jetzt auf die Anklagebank.

Es ging um ein Desperados aus der Kühltheke

Doch von vorn: Der 27-jährige, in Soest wohnende Mann wollte sich am Abend gegen 22.30 Uhr in einem Kiosk eine Erfrischung kaufen, stand an der Kühltheke und guckte sich das Angebot an. Da kam ein weiterer Kunde, einer, der genau wusste, was er wollte. Ein Desperados.

„Der guckte die ganze Zeit, da war ich schneller“, sagte der 48-Jährige am Dienstag im Zeugenstand. Und beteuerte, den Angeklagten gar nicht berührt zu haben, als er sich die Flasche aus der Kühlung angelte.

Videoaufnahmen zeigen den ersten Schlag

Die Videoaufnahmen zeigen die Situation jedoch anders. Da sieht man deutlich, dass er den 27-Jährigen mit der Faust gegen den Hals schlug. Ein Attest, zwei Tage später im EvK erstellt, bescheinigt dem Angeklagten den Angriff. Der Kioskbesitzer warf den 48-jährigen, angetrunkenen Kunden aus dem Laden, der Angeklagte folgte kurz darauf.

Und an dieser Stelle wendete sich das Blatt: Der Geschädigte wurde zum Täter. „Denn ihr Angriff war keine Notwehr, sondern Revanche“, erläuterte der Strafrichter den Unterschied, der ausschlaggebend für das Strafmaß war.

Drei Stockschläge bis zur Bewusstlosigkeit

Am Straßenrand stand der Kontrahent mit einem Freund, beide hatten einen Hund dabei. Mit einem Schlagstock schlug der Angeklagte von hinten kommend auf den 48-Jährigen ein. „Ich hab drei Schläge gespürt, am Kopf, am Arm und am Bein, dann war ich bewusstlos“, schilderte dieser. Sein Begleiter rief die Polizei und einen Krankenwagen.

Der Angeklagte habe derweil auf der anderen Straßenseite gestanden und sein Eis geschleckt, hieß es weiter. Als er sich dann mit seinem BMW vom Schauplatz entfernte, habe er das Schlaginstrument kurzerhand aus dem Autofenster geworfen, wurde dabei jedoch beobachtet. Die Tatwaffe wurde sichergestellt.

Schmerzensgeld fließt in Raten

Bei der Verhandlung bedauerte er sein Verhalten sehr. „Ich wünschte, ich wäre an jenem Tag nicht zum Kiosk gegangen“, sagte er. Denn nun muss der Angeklagte, der im Herbst ein Studium aufnehmen will, mit einer Bewährungsstrafe leben und dem Geschädigten zudem in Raten 600 Euro Schmerzensgeld zahlen.

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