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Gab es Tritte ins Gesicht, weil ein Streit um 10 Euro eskalierte?

Gerichtsprozess

Der Angeklagte soll eine Bekannte zu Boden gestoßen und getreten haben. Eskaliert sei ein Streit um 10 Euro. Aber die Aussage der Zeugin lässt die Richter zweifeln.

Castrop-Rauxel

von Gabi Regener

, 02.07.2018
Gab es Tritte ins Gesicht, weil ein Streit um 10 Euro eskalierte?

Das Amtsgericht in Castrop-Rauxel. © Foto: Tobias Weckenbrock

Häusliche Gewalt lautete die Anklage. Ein 58-Jähriger soll einer 51-jährigen Bekannten mit Schuhen ins Gesicht und auf den Brustkorb getreten haben, während diese auf dem Boden lag. Doch belegt sind diese Verletzungen nicht. Die Frau, als Zeugin anwesend, hatte sich zunächst geweigert, einen Arzt zu konsultieren. Auch die Anzeige hätte sie eigentlich nicht gewollt, doch habe die Nachbarin, zu der sie sich geflüchtet habe, die Polizei gerufen.

Die hatte dann auch Fotos von der Frau gemacht, äußere Verletzungen sind nicht zu sehen. Und der ebenfalls gerufene Krankenwagen musste ohne sie wieder abfahren. 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte die Polizei bei ihr gemessen. „Ich bin ja auch Alkoholikerin“, erklärte sie den Wert. Sie habe sich keineswegs betrunken gefühlt an jenem Abend.

Beileidsbesuch soll eskaliert sein

in Abend, an dem sie dem Angeklagten eigentlich einer gemeinsamen Bekannten zu Tod eines Verwandten kondolieren wollten, wie die Zeugin aussagte. Ein Beileidsbesuch mit Bier und Schnaps im Gepäck. Alkohol ist auch die Droge, die die Beiden seit vielen Jahren verbindet. Auch eine Therapie hatten sie gemeinsam durchgestanden, waren eine Weile trocken. Das ist aber schon mehr als ein Jahrzehnt her, so wie ihre Beziehung.

Heute gibt es ab und an Treffen. So wie an jenem Tag im März. „Sie hat sich bei mir eingeladen, hat Bier und Schnaps mitgebracht“, sagte der Angeklagte aus. Er selbst tränke nur Bier, sein Magen vertrüge keine harten Sachen. Streit habe es gegeben, als die Frau Taxigeld wollte. Sie sei wütend aufgestanden, dann über einen Sessel gestolpert und hingefallen. Mehr wusste er nicht. Als die Frau die Wohnung verlassen hatte, sei er sofort schlafen gegangen.

„Ich hatte nur noch 10 Euro“, sagte die 51-Jährige im Zeugenstand. „Er wollte, dass ich noch mehr Bier hole, doch das Geld sollte für die Taxifahrt sein.“ Deshalb habe er sie zu Boden gestoßen und getreten. Eine Situation, die angesichts des schmächtigen, 56 Kilogramm leichten Angeklagten Fragen aufwirft. Um diese zu klären und das Geschehen nachvollziehen zu können soll die Nachbarin als weitere Zeugin angehört werden. Danach will der Richter sein Urteil fällen.

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