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Fluchtreflex am Sterbebett

CASTROP-RAUXEL Dieter Nuhr ist Experte in Sachen Realität. Entwaffnend, schonungslos, in Teilen abstrus, aber eben „Nuhr die Wahrheit“ – seine verquere Sicht der Dinge ließ das Publikum in der Europahalle am Samstag toben.

Fluchtreflex am Sterbebett

Dieter Nuhr

Was Dieter Nuhr sagt, ist natürlich nicht immer die Wahrheit – „schließlich lügt der Mensch den ganzen Tag.“ Aber seine Wahrheit bringt Ordnung ins Universum. Glaube, Klima, Respekt, Quantenphysik, Schöpfungsgeschichte. Da kennt sich der Comedian bestens aus und gewährt – als ehemaliger Lehramtsanwärter – für alle gut nachvollziehbar Einblick.

Nix gegen den Islam Nur um eins habe ihn seine Mutter gebeten: nicht über den Islam zu sprechen. „Denn wer nix sagt, dem passiert auch nix. Da gehen dann in Islamabad keine 80 000 Menschen aus Protest auf die Straße und verbrennen die Flagge des Landes, aus dem der Übeltäter kommt“, malt Dieter Nuhr aus und setzt nach: „Wussten Sie, dass die in Islamabad alle Flaggen der Welt zu Hause haben, um sie bei Bedarf zu Verbrennen?“    Sprechen wollte er dagegen über die Bibel. Würde man sich die Geschichte um Adam und Eva genauer ansehen, wüsste man schnell, dass die Menschheit aus dem sozialen Brennpunkt stammt, weil Gott am sechsten Tag nicht richtig gearbeitet hat. In drei Generationen seien später ganze Städte entstanden. „Wie soll das gehen? War Eva etwa die Ursula von der Leyen der Bibel?“, stichelte er.

Bahn kauft Leichen Zum Redeverhalten von Frauen und Männern gab es auch einiges zu sagen. Frauen würden jede Kleinigkeit behalten, die ein Mann äußert. „Das kriegste am Sterbebett noch aufs Butterbrot geschmiert. Und wenn du nicht antwortest und stirbst, heißt es doch wieder einmal ‚Fluchtreflex‘“. Aktuell machten Frauen sich ja schon lange Gedanken über Weihnachtsgeschenke. „Als Mann hat man damit noch Zeit. Bis zum 23.“, analysierte Nuhr. Mit seiner ganz persönlichen Verschwörungstheorie punktete er jedoch am meisten: „Die Deutsche Bahn kauft Leichen und legt sie auf Schienen, um ihre Verspätungen zu rechtfertigen.“ 

  

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