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Fleischwurst bleibt Fleischwurst - doch der Meister ist ein anderer

Fleischerei Theo Schmidt hat einen neuen Inhaber

Außen sieht alles aus wie immer, auch die Wurst ist gleich. Im April hat sich in der Fleischerei Theo Schmidt aber eines geändert: der Besitzer. Auf was müssen sich die Kunden nun einstellen?

Castrop-Rauxel

von Matthias Stachelhaus

, 07.06.2018
Fleischwurst bleibt Fleischwurst - doch der Meister ist ein anderer

Von außen kann man es gar nicht erkennen, aber die Fleischerei Theo Schmidt hat seit April einen neuen Inhaber. © Matthias Stachelhaus

Bereits vor anderthalb Jahren brodelte die Gerüchteküche um eine mögliche Schließung der Fleischerei Theo Schmidt. Damals unbegründet. Klar war aber, dass Inhaber Michael Kortmann den Betrieb nicht mehr ewig würde führen wollen und nach einem Nachfolger suchte. Etwa anderthalb Jahre später, am 1. April (nein, das ist kein verspäteter Aprilscherz) war es dann soweit: Seit diesem Tag hat die Fleischerei Theo Schmidt einen neuen Inhaber. Er heißt Detlef Holz, ist Fleischermeister in zweiter Generation und besitzt bereits eine Fleischerei in Herne, die Willi Holz GmbH.

Ein Glücksfall für Michael Kortmann. So konnte er die Betriebsschließung mit den damit verbundenen Problemen vermeiden. „Alle Mitarbeiter wurden übernommen, genauso wie die drei Filialen in Ickern, Habinghorst und am Markt“, sagt Michael Kortmann auf Nachfrage. Den Nachfolger Detlef Holz kenne Kortmann schon „gefühlt ewig“. Er ist als 2. Vorsitzender der Innung noch der Stellvertreter des Vorsitzenden – Detlef Holz, der Sohn des Firmengründers Willi.

Nicht nur Betrieb, sondern auch Rezepte übernommen

Der neue Inhaber hat Kortmann nicht nur den Betrieb abgekauft und die Mitarbeiter übernommen, sondern auch die Rezepte. Je 14 Tage vor und nach der Übernahme – also insgesamt vier Wochen lang – haben die beiden Fleischermeister dafür zusammen in der Küche gestanden, damit Holz die für ihn neuen Rezepte auch wirklich perfekt beherrscht. „Den Fleischsalat habe ich heute noch gegessen. Er schmeckt genauso gut wie von mir“, sagt Kortmann über das handwerkliche Können seines Nachfolgers. Es gebe nur einen Unterschied: „Das Fleisch ist etwas feiner geschnitten als sonst.“

Fleischwurst bleibt Fleischwurst - doch der Meister ist ein anderer

© Foto Regener

Das liege daran, dass Holz die Produktion für die Castrop-Rauxeler Filialen zur Zeit noch aus Herne bedienen muss. Dort sind die Geräte schlicht etwas anders. Im Betriebsgebäude der Fleischerei Schmidt sind zur Zeit nämlich andere Handwerker als sonst aktiv. „Für mich gab es da immer einen Bestandsschutz. Da der Inhaber aber außerhalb der Familie gewechselt hat, müssen an einigen Stellen jetzt neue Zwischenwände eingezogen werden“, sagt Kortmann. Etwa im Pausen- und Umkleideraum, die zukünftig getrennt sein werden. Woher Kortmann das weiß? „Ich habe die Handwerker für den Kollegen mit im Blick, ich wohne ja oben drüber“, sagt Kortmann.

Das Geschäft brummt

Detlef Holz ist mit der Produktion in Herne sehr stark ausgelastet. Die Fleischerei Holz hat in Herne zwar nur eine Filiale, bedient ihre Kunde aber primär über einen Party- und Cateringservice und bekocht damit auch elf Kindergärten der Stadt. Zusätzlich läuft die Produktion für die drei Filialen in Castrop-Rauxel, man hat also gut zu tun.

Besonders beeindruckt zeigte sich Detlef Holz im Gespräch mit der Redaktion von der großen Nachfrage nach Fleischwurst in Castrop-Rauxel. „Das ist wirklich unglaublich, wir haben davon in der letzten Woche fast 500 Kilogramm verkauft“, sagt Holz. Der Fleischwursttag an jedem zweiten Donnerstag bleibt jedenfalls eine feste Instanz.

Auch die Öffnungszeiten der Filiale an der Langen Straße in Habinghorst, die täglich ab mittags geschlossen bleibt, werden sich nicht verändern. „Das hat die Familie Kortmann vor längerer Zeit so eingeführt und wir behalten das bei“, sagt Detlef Holz.

Und jetzt auswandern?

Es bleiben am Schluss zwei Fragen übrig: Was macht Michael Kortmann mit seiner neu gewonnen Freizeit? Und was ist aus den Plänen der Familie Kortmann geworden, auswandern zu wollen? „So viel Freizeit habe ich noch gar nicht, ich muss noch vieles regeln. Ich kann morgens aber etwas länger ausschlafen“, sagt Kortmann und lacht dabei. Das Auswandern stehe zur Zeit nicht mehr direkt auf dem Plan.

Ein Grund: Kortmanns Frau arbeitet in der Fleischerei Theo Schmidt.

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