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Streit um Lohn am Amtsgericht Castrop-Rauxel

Die Diskussion endete in einer Schlägerei in der Pizzeria

Castrop-Rauxel Ein 37-Jähriger schuftete in der Altstadt-Pizzeria, sah aber nur unregelmäßig Lohn dafür. Eines Tages eskalierte der Streit um das ausstehende Geld. Der 37-Jährige und der Pizzeria-Inhaber schlugen sich. Am Amtsgericht ging es auch um die Frage, ob dabei ein Besen im Spiel war.

Die Diskussion endete in einer Schlägerei in der Pizzeria

Das Amtsgericht in Castrop-Rauxel. Foto: Foto: Tobias Weckenbrock

Knapp ein halbes Jahr hat der 37-Jährige in einer Pizzeria gearbeitet, für weniger als den Mindeststundenlohn, wie er vor Gericht angab. Dort sagte er am Dienstag als Zeuge aus, weil er, so die Anklage gegen seinen Ex-Chef, anstelle der ausstehenden 400 Euro Prügel bezogen hatte.

Das war im Sommer vergangenen Jahres. Die Wunden sind verheilt, das Geld hat den Geschädigten auf Umwegen erreicht, doch das Gericht muss noch klären, was sich hinter der angezeigten Körperverletzung mit einem gefährlichen Werkzeug verbirgt. Denn der 38-jährige Angeklagte soll bei der körperlichen Auseinandersetzung einen Besen eingesetzt haben. Damit soll er auf den am Boden liegenden Zeugen eingeschlagen haben.

Abend endet im Krankenhaus

„Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht alles auf einmal zahlen kann“, so der Angeklagte. „Aber er kam immer wieder, wollte sein Geld bis auf den letzten Cent.“ So war es auch an jenem Abend, der für den Geschädigten im Krankenhaus endete. Der 37-Jährige kam in die Pizzeria, stellte seine Forderung und setzte sich – bis zum Feierabend gegen 23 Uhr. Er soll, so der Angeklagte, ihm mit dem Ellenbogen einen Stoß versetzt haben, als er begann, den Raum zu säubern. Es sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, bei der beide auf einen Tisch fielen, der dabei zu Bruch ging. Fotos der Polizei belegen Verletzungen bei beiden. Ein Besen sei aber nicht im Spiel gewesen, den habe er erst später zum Säubern gebraucht.

Der Geschädigte schilderte es anders. Soweit er sich erinnern konnte, denn er hatte wohl zeitweise das Bewusstsein verloren. Danach habe er gesehen, dass sich ihm der Angeklagte mit einem Gegenstand in der Hand genähert hatte, er einen Schlag auf die Nase, dann auf Bauch und Rücken verspürte. Er sei auf den Tisch und dann zu Boden gefallen – blutüberströmt.

Kinder beobachten Schlägerei

Eine Szene, die eine Zeugin vom Gehweg aus beobachtet hat. „Ich bin durch weinende Kinder aufmerksam geworden“, schilderte die 29-Jährige. Sie habe durch die Glasfront geblickt und gesehen, dass ein Mann auf jemanden einschlug, der auf dem Boden lag. Mit einem Besen. Zunächst habe sie geglaubt, dass es sich um eine Frau handele, dann aber einen Mann mit dunklen Haaren erkannt.

Dass seine Kinder. neun und elf Jahre alt, anwesend waren, hatte der Angeklagte zugegeben. Sagte aber, dass Pflanzen den Blick in den Laden verhindern würden, die Zeugin gar nichts habe sehen können. Er bestand darauf, auch seine Kinder als Zeugen anzuhören. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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