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Gerichtsprozess nach versuchtem Diebstahl auf Schwerin

Bohrmaschine und Akkuschrauber mitgenommen

CASTROP-RAUXEL Es war eine Verfolgungsjagd wie im Film. Zwei Passanten mit Hund und ein älterer Herr auf einem Roller jagten im Februar auf Schwerin einen Flüchtigen. Aufmerksam geworden durch einen 57-jährigen Mann, der „Du Dieb, du Dieb“ schreiend hinter einem jungen Mann herlief. Was zuvor geschehen war, wurde am Freitag im Amtsgericht rekonstruiert.

Bohrmaschine und Akkuschrauber mitgenommen

Der Angeklagte hatte versucht eine Bohrmaschine zu stehlen. Foto: dpa

Der 25-jährige Angeklagte gab seine Schuld zu. Berichtete stockend, wie er an jenem Morgen, nachdem ihn Post vom Gerichtsvollzieher schon sehr bedrückt habe, zufällig an einer offen stehenden Haustür vorbeikam. „Ich habe nicht nachgedacht“, kommentiert er sein Verhalten rückblickend. Denn er ging ins Haus, hinab in den Keller, griff sich Werkzeug, das vor einem Kellerraum lag und lief davon.

Der 57-jährige Hausbewohner wurde stutzig, als ihm auf Nachfrage gesagt wurde, der Unbekannte habe jemanden im Haus besucht. „Da war doch keiner außer mir“, sagte der Zeuge, so habe er sofort den Keller kontrolliert. Eine Bosch-Schlagbohrmaschine und ein Akkuschrauber von Makita waren weg. Wert: rund 400 Euro.

Beute fallen gelassen

Er verfolgte den Dieb, erhielt, wie eingangs geschildert, Verstärkung. Als der Rollerfahrer den jungen Mann einholte, hatte dieser seine Beute schon wieder fallen gelassen. Der Besitzer hatte sein Werkzeug bereits wieder, als eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife auf das Geschehen aufmerksam wurde und den Fall protokollierte.

„Es tut mir leid“, sagte der Angeklagte zum 57-Jährigen. Er hatte sich auch schon direkt nach dem versuchten Diebstahl entschuldigt. Der Zeuge nahm diese Worte an, hatte sogar Verständnis für den jungen Mann.

Kein Beruf, wenig Geld

Denn dessen Situation ist mehr als misslich. Kein Beruf, zwischenzeitlich keine Wohnung, wenig Geld, dafür Schulden. Und einige Vorstrafen, auch Diebstahl. Für einen Fall ist noch ein Monat Haft zur Bewährung offen.

Von der Realität im Alltag überfordert, wünscht sich der Angeklagte eine amtliche Betreuung. Auch die Bewährungshelferin schätzt das als sinnvoll ein, ist sich sicher, dass professionelle Hilfe dem 25-Jährigen helfen kann, sein Leben in den Griff zu bekommen.

Gleichzeitig erhöht sich durch das aktuelle Urteil die Bewährungsstrafe um sieben Monate. Der Richter gab für das „Augenblicksversagen“, wie er den versuchten Diebstahl nannte, dem Angeklagten mit dieser Bewährungsstrafe noch eine Chance. Dazu gab es die Auflage, 100 Sozialstunden zu leisten.

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