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Vettern per Mausklick

Ahaus Das hätte sich der Auswanderer John Schaffernoth vor über 100 Jahren wohl nicht vorstellen können: Dass sein Ururenkel einmal per «Mausklick» die Nachfahren seines Bruders Michael kennen lernen würde - obwohl sie ein Ozean und ein Kontinent trennen.

Bruno Schaffernoth aus Ahaus hat jetzt Besuch aus Kalifornien erhalten: Tom Schaffernoth, mit dem ihn gemeinsame Wurzeln in Westpreußen verbinden. Dort lebten die Schaffernoths im vorletzten Jahrhundert mehr schlecht als recht auf kargen Böden von der Landwirtschaft. Doch Johannes - wie John damals noch hieß - wollte in eine bessere Zukunft entfliehen: Er zog Ende des 19. Jahrhunderts in die weite Welt hinaus: Er setzte mit anderen Auswanderern an Bord der «Urania» nach Amerika über und wurde dort der Stammvater eines verzweigten amerikanischen Familienzweigs. Doch auch die Nachfahren seines Bruders Michael hielt es nicht in Westpreußen. Sie suchten Anfang des 20. Jahrhunderts im boomenden Ruhrgebiet ihr Glück - allerdings ohne großen Kindersegen. «In Amerika gibt's heute mehr Schaffernoths als hier in Deutschland», erklärt Bruno Schaffernoth, ein Spross der «Ruhrgebietslinie», der heute Leiter des Ahauser Hochbauamtes ist.

Digitales Telefonbuch

Als er vor acht Jahren mit der Ahnenforschung begann, war nach Kontakten mit Pfarrer von Czerniejewo - so heißt Schwarzenau, seit es zu Polen gehört - die deutsche Linie schnell erforscht. In Amerika, so fand Bruno Schaffernoth dann in einer Internetrecherche heraus, füllte der Name Schaffernoth ganze Seiten im Telefonbuch.

Schnell waren ein paar E-Mails versandt. Und es kam sogar eine Antwort: Tom Schaffernoth, der mit seiner Familie nahe San Francisco lebt. «Ich konnte es erst gar nicht fassen, dass sich da ein Verwandter aus Deutschland meldet», lacht der Softwareingenieur. Es entspann sich ein reger E-Mail-Kontakt. Und bald stand für Tom fest, dem entfernten Vetter Bruno einen Besuch abzustatten.

Zu den Landungsbrücken

Die Gelegenheit war jetzt da: Mit seiner Frau Connie unternimmt Tom in dieser Woche eine Mittelmeerkreuzfahrt. Und weil in Good-old-Europe alles so schön nahe beieinander liegt, statteten die beiden Kalifornier auch Ahaus einen Besuch ab. Wie sie die Stadt finden? «Amazing» (erstaunlich) - vor allem, dass hier Fahrräder nicht nur als Sportgerät genutzt werden, sondern als Verkehrsmittel - und das sogar mit Kindersitz.

Mit Bruno Schaffernoth stattete Tom auch den Landungsbrücken in Hamburg einen Besuch ab. Dort, wo John vor über 100 Jahren auf der Urania die Reise ins Ungewisse antrat. Sicher hätte es ihm gefallen zu wissen, dass sein Nachfahre einmal dort stehen würde - in froher Erwartung einer Mittelmeer- kreuzfahrt. gro

www.schaffcc.com/family

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