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Tote Greifvögel in Ahaus gefunden

Nabu vermutet Giftangriff auf Greifvögel

Ahaus Auf einem Acker in der Ahauser Bauerschaft Ammeln lagen zwei tote Greifvögel. Herbert Moritz vom Nabu glaubt, dass die Tiere vergiftet wurden – und grenzt den Täterkreis ein.

Nabu vermutet Giftangriff auf Greifvögel

Herbert Moritz vom Naturschutzbund mit einem der beiden tot aufgefundenen Greifvögel, einem Rotmilan. Foto: privat

Schon wieder über die Ostertage: Auf einem Feld in Ammeln sind am Osterwochenende zwei tote Greifvögel gefunden worden. „Es handelte sich um einen Rotmilan und einen Mäusebussard“, erklärte Herbert Moritz vom Nabu-Kreisverband am Mittwoch im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Bei beiden Tieren habe es sich um kräftige Vögel gehandelt. Äußere Verletzungen seien nicht zu erkennen gewesen. „Da liegt die große Vermutung nahe, dass es sich hier wieder einmal um eine Vergiftung mit illegalen Ködern handeln könnte“, sagte Herbert Moritz. Er ist beim Naturschutzbund Ansprechpartner für den Nordkreis Borken und die Bereiche Greifvögel, Jagdwesen und Gewässer- und Landschaftsschutz zuständig.

2016 wurden vier Vögel in Heek und Legden vergiftet

Mit „wieder einmal“ meinte Herbert Moritz den Fund von vier toten Mäusebussarden, die an den Ostertagen 2016 an zwei Stellen in Legden und Heek gefunden worden waren. Damals ergab eine toxikologische Untersuchung, dass die Vögel Köder mit dem verbotenen Pflanzenschutzgift E 605 gefressen hatten.

Diesmal waren die zwei toten Greifvögel auf einem Acker im Bereich Schöppinger Straße/Düstermühlenweg gefunden worden. Aufmerksame Spaziergänger, die mit ihren Hunden unterwegs waren, hatten die Vögel entdeckt und den Nabu informiert. Der Rotmilan und der Mäusebussard lagen in einem Abstand von 200 Metern auf dem Acker. Herbert Moritz stellte die Tiere sicher und brachte sie zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe. Dort sollen die Kadaver auf etwaige Vergiftungen untersucht werden. Nabu-Mitglied Herbert Moritz grenzte auch den für ihn in Frage kommenden Täterkreis schon ein: „Oftmals handelt es sich um Jäger mit landwirtschaftlichem Hintergrund.“ Der Grund: Die Vögel machen den Jägern ihre Beute wie Fasane und Rebhühner streitig.

Todesursache noch nicht geklärt

Dem trat Ludger Baumeister, Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, am Mittwoch vehement entgegen. „Für eine solche Aussage gibt es keinen Grund“, erklärte er. „Der Nabu sollte vorsichtig mit Behauptungen gegen andere sein, für die er keinerlei Belege und Beweise hat.“

Bei der Kreispolizeibehörde Borken ist nach dem Fund der Tiere Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet worden. „Es gibt aber zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Erkenntnisse darüber, woran die beiden Vögel verendet sind“, erklärte Polizeisprecher Thorsten Ohm auf Anfrage.

Nabu vermutet Giftangriff auf Greifvögel

Der tote Mäusebussard. Foto: privat

Die Kreispolizeibehörde rät, den Fund toter Greifvögel immer zur Anzeige zu bringen. Wenn auch nicht immer sofort der Täter ermittelt werden könne, so ruhe doch das Verfahren nur und könne jederzeit bei Vorliegen neuer Erkenntnisse wieder aufgenommen werden. Wie oft der Polizei im Kreis Borken in den vergangenen Jahren tote Greifvögel gemeldet wurden, darüber führt die Behörde aber keine Statistik.

Komitee gegen Vogelmord schaut im Münsterland genau hin

Für das Bonner Komitee gegen den Vogelmord ist das Münsterland mit den Kreisen Borken, Warendorf, Steinfurt und Coesfeld schon länger eine „Hochburg“ der illegalen Verfolgung streng geschützter Greifvögel. Als Beispiel nennen die Vogelschützer das erste Halbjahr 2013, als insgesamt 20 getötete Bussarde, Milane und Habichte gefunden wurden. Laut Nabu sind zwischen 2004 und 2014 bundesweit 689 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung dokumentiert. Dabei wurden mindestens 1130 Greifvögel verletzt, getötet, abgeschossen oder ihre Bruten vernichtet.

Die Palette, mit denen die Täter Greifvögeln nachstellen, ist breit gefächert. Mal sind es mit Nervengiften getränkte Fleischköder, mal Schlagfallen. Für den gefährdeten Rotmilan sind die Giftköder ein existenzielles Problem. Herbert Moritz: „Der Vogel ernährt sich zu einem Großteil von Aas.“

Personen, die einen toten Greifvogel und/oder einen Giftköder finden, rät Herbert Moritz: „Fotografieren Sie die Fundstelle mit dem toten Tier und teilen Sie die Fundstelle dem Naturschutzverband oder einer zuständigen Behörde mit. Die Tiere und die Köder sollten nicht ohne Sicherheitshandschuhe angefasst werden.“ Die Köder seien oft hochtoxisch und könnten zum Teil auch über die Haut wirken. „Auch Hunde sollten von den toten Tieren ferngehalten werden, auf sie könnten bereits kleinste Mengen toxischer Gifte tödlich wirken.“

Rotmilane und Windkraftanlagen

  • Nicht nur Giftköder sind für den Rotmilan tödlich, auch die steigende Zahl von Windenergieanlagen dezimiert seit etlichen Jahren den Bestand. Kollisionen mit Windenergieanlagen sind die häufigste gemeldete Todesursache bei Rotmilanen in Deutschland.
  • Der Greifvogel ist zur Jagd auf Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation angewiesen. Das bieten in Ackerbaugebieten vom Frühjahr bis zur Ernte oft nur die Freiflächen unter den Rotoren. Die Vögel jagen dann genau dort und kollidieren mit den Rotoren, weil sie diese aufgrund ihres zum Boden gerichteten Blickes nicht kommen sehen. (Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung), rotmilan.org

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