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Jagd auf Schätze im Wald

Stadtlohn Jetzt ist es wieder soweit: In fast jedem Forst können findige Sammler auf Schatzsuche gehen. Neben Bäumen und Sträuchern schießen sie derzeit nur so aus dem Boden - Pilze.

Die sammelt Peter Nickl (40) seit er fünf Jahre alt leidenschaftlich gerne. An diesem Sonntag wieder mit seinem elfjährigen Sohn Florian, der Berner Sennenhündin Lea und viel Platz im Plastikkorb. Und sie sind schon fündig geworden. Ausgerechnet hinter dem Haus im Garten: ein Schopftintling - "ein exquisiter "Drei-Sterne-Speisepilz, ein Geschenk", freut sich Nickl.

Jetzt aber los: Der Wald wartet. Jedes Wochenende geht der gebürtige Bayer, der seit 1997 in Stadtlohn lebt, stundenlang in den nahen Forst Richtung Wüllen. "Der ist super. Ich kenn' die Strecken mittlerweile und muss die Pilze praktisch nur noch in den Korb legen." Sein Vater hatte ihn als Kind immer mitgenommen und alles beigebracht. "Spezialisiert" habe er sich später auf bestimmte Sorten wie den Steinpilz, wegen der Wertigkeit, und er rät: "Man sollte nur Pilze suchen, die man kennt."

Viele aus Ruhrgebiet

Viele Menschen aus dem Ruhrgebiet kämen extra deswegen her - unter ihnen viele Unwissende. "Ich hab letzte Woche ein Paar aus Recklinghausen getroffen. Die haben einfach alle Pilze gesammelt, sind dann zu einem Förster und der hat dann aussortiert." Und Sohn Florian ergänzt: "Ganz schön frustrierend kann das sein, wenn dann die Hälfte weg ist." Sein Blick schweift über eine vom Morgentau nasse Wiese. Plötzlich, am Waldesrand, ein stattliches Exemplar wie ein Stein. "Klar ein Steinpilz." Und überhaupt haben die kleinen Naturschätze bezeichnende Namen: Satanspilz, Schwefelpilz und Gallenröhrling schmecken, wie sie heißen. Den Hallimasch solle niemand roh essen, andernfalls drohe übersetzt die "Hölle im A...", hat Nickl eine überzeugende Herkunftstheorie.

Tödliche Wirkung

Nur der Knollenblätterpilz verrät nicht seine hochgiftige Wirkung. Zufällig findet Nickl am Wegesrand einen verdächtig aussehenden Pilz. "Da sollte man nicht mit spaßen. Der grüne und weiße ist innerhalb von 24 Stunden tödlich. Aber das kommt auf die Konzentration an." Das Tückische: Der Waldchampignon ist mit seiner fatalen Ähnlichkeit ein so genannter "Zwilling". Gesundheitlich bedenklich seien auch billige Pfifferlinge. "Die gibt es hier nicht, aber in Weißrussland. Da wäre ich aber vorsichtig wegen Tschernobyl", meint der Naturfreund.

Verwundert ist Nickl, wie viel er in Stadtlohn findet. "Mehr als im Bayrischen Wald. Mein Vater hat seit 30 Jahren keinen Rotpilz mehr gefunden, aber hier", erzählt Nickl, während er den mittlerweile gut gefüllten Korb weiter "füttert". Die erfreuliche Bilanz nach drei Stunden: Sieben bis acht Kilometer in den Beinen und zwei Kilogramm Pilze, also 70 bis 80 Stück á sieben Sorten. Das macht anderthalb Pfannengerichte und einen schönen Sonntagsspaziergang. tke

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