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Interview mit AMT-Geschäftsführerin

„Ich bin ein Mensch, der viel umsetzen möchte“

Ahaus Claudia Platte ist seit 100 Tagen Geschäftsführerin der Ahaus Marketing und Touristik. Im Interview erzählt die 46-Jährige über ihren Job, von Ahauser Schokoladenseiten und was sie mit viel Geld anfangen würde.

„Ich bin ein Mensch, der viel umsetzen möchte“

Die Bad Bentheimerin Claudia Platte ist seit Anfang Januar Chefin der Ahaus Marketing und Touristik. Foto: Christian Bödding

Seit 100 Tagen ist Claudia Platte Geschäftsführerin der Ahaus Marketing und Touristik. Die 46-Jährige war bis Ende 2017 für das Stadtmarketing in Bad Bentheim verantwortlich. Redakteur Christian Bödding sprach mit ihr über Ahauser Licht- und Schattenseiten, über Geld und ihre Aufgaben.

Hat es schon einen Moment gegeben, in dem Sie Ihren Wechsel von Bad Bentheim nach Ahaus bereut haben?

Nein. Bereut habe ich ihn auf keinen Fall. Ahaus ist eine Stadt, in der ich sehr gerne arbeite. Ich kann hier kreative Dinge machen und habe ein gutes Team hinter mir.

Womit haben Sie in diesen 100 Tagen überhaupt nicht gerechnet?

Das ist für mich hier ja kein neuer Job. Ich kenne das ja. Es ist in Ahaus ähnlich, wie es in Bad Bentheim war. Lediglich die Strukturen sind hier ein wenig anders. Vorher hatte ich die Stadtverwaltung als Chef, in Ahaus sind es mehrere Gesellschafter.

Was hatten Sie sich für ihre ersten 100 Tage im Job vorgenommen?

Ich habe mir natürlich viele Dinge vorgenommen. Aber ich habe noch nicht alles umsetzen können.

Können Sie ein paar Beispiele nennen?

Ich wollte im Bereich Social Media-Management schon viel weiter sein. Ich bin ein Mensch, der viel umsetzen möchte. Ich habe viele Ideen und Ahaus hat sehr viel Potenzial. Wenn ich mir fünf Dinge vornehme und drei davon gelingen mir, dann bin ich schon sehr gut zufrieden.

Wenn die Stadt der AMT 100.000 Euro zusätzlich geben würde. Wofür würden Sie das Geld ausgeben?

100.000 Euro. Traumhaft. Ich würde die Veranstaltungen weiter optimieren. Ich würde zum Stadtfest einen Top-Act organisieren. Ich habe schon ein gewisses Budget, aber 100.000 Euro ... (überlegt) ...

Ich komme später noch mal auf das Geld zurück. Stadtmarketing, geht das heute noch ohne die Unterstützung ansässiger Unternehmen?

Nein. Stadtmarketing kann man nicht alleine machen, da sind viele Akteure mit im Boot. Der Einzelhandel, die Vereine, die Gastronomie, das ist ein Zusammenspiel. Dabei spielt Sponsoring eine wichtige Rolle. Wenn das wegfällt, haben wir auch nicht mehr die Attraktivität bei den Veranstaltungen.

Die Ahauser müssten auf bestimmte Veranstaltungen verzichten?

Nehmen Sie die Statt-Arena zur Fußball-WM. Wenn das Sponsoring nicht wäre, könnten wir die Veranstaltung nicht umsetzen. Auch die Eis-Arena gab es nur, weil sie von vielen Unternehmen unterstützt wurde.

Die Sahneseiten von Ahaus wie das Schloss kennt jeder. Gibt es hier auch dunkle Ecken, die touristisch gar nicht gut ankommen?

Dunkle Ecken sehe ich hier so nicht. Natürlich gibt es Dinge, die touristisch optimiert werden können. Ich fange erstmal mit den Sahneseiten an.

Hier gibts‘ wirklich nur Sahneseiten?

Natürlich wird eine Stadt auch Schattenseiten haben. Aber ich habe sie hier noch nicht entdeckt.

Was haben Sie schon an neuen Projekten auf die Beine gestellt in diesen 100 Tagen?

Standardfrage bei AMT ist die Frage nach einem Veranstaltungskalender. Viele Gäste möchten gerne etwas Gedrucktes in der Hand haben. Online ist nicht immer alles. Der erste Veranstaltungskalender mit dem Programm von Mai bis August erscheint Anfang Mai und wird auch an alle Haushalte verteilt. Er wird künftig viermal im Jahr aufgelegt. Wir sind auch dabei, ein neues Gastgeberverzeichnis in Form einer Broschüre zu erstellen. Die Vorbereitungen für das Stadtfest laufen auf Hochtouren. Sehr erfreulich ist, dass die Ahauser Gastronomie wieder mit an Bord ist.

Hat Ahaus genügend Gastgeber?

Wir bekommen in Kürze das Smartel hinzu, Ich denke, dass es genügend Bettenkapazitäten gibt. Die Auslastung lag 2017 bei etwa 32 Prozent. Genau sagen kann ich das noch nicht, dazu müsste eine Bedarfsanalyse durchgeführt werden.

32 Prozent hört sich wenig an.

Das hört sich vielleicht so an. Wir zählten im Jahr 2017 insgesamt 65.600 Übernachtungen. Es ist ja auch noch Luft nach oben.

Warum sollte man als Tourist Ahaus besuchen?

Ahaus verfügt über wunderschöne Naturschutzgebiete und hat wie das gesamte Münsterland viele Radwege. Auch in den Ortsteilen gibt es viel zu sehen. Das Schloss mit seiner Innenstadtlage hat eine besondere Atmosphäre.

Wen kann man damit begeistern?

Münchener reisen hier nicht für einen Kurzurlaub an. Die wenigsten Gäste bleiben für 14 Tage in Ahaus. Die Statistik zeigt, dass der Anteil ausländischer Kurzurlauber steigt, darunter vor allem Niederländer und Belgier. Wir werden in einem Radius von 250 Kilometern um Ahaus verstärkt Marketing betreiben.

Welche Rolle spielt die touristische Vernetzung mit den umliegenden Kommunen?

Vernetzen ist ein gutes Stichwort. Ahaus kann nicht allein Marketing und Tourismus betreiben, aber wir können gemeinsam das Alleinstellungsmerkmal der Region bewerben: die Flamingo-Route. Davon profitiert die Region und jede einzelne Stadt.

Noch mal zu den 100.000 Euro ...

Vielleicht würde ich mir was Tolles einfallen lassen, um den Schlossgarten zu beleben.

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