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Ein Abend für die Schalker Seele in der Veltins-Arena

Assauer-Film feiert Premiere

Der Zuschauer-Weltrekord für eine Filmpremiere wurde zwar nicht geknackt, mit 21.590 Zuschauern gab es „nur“ einen deutscher Rekord - ein Abend mit ganz viel Emotionen war es trotzdem.

GELSENKIRCHEN

, 04.05.2018
Ein Abend für die Schalker Seele in der Veltins-Arena

Nicht nur auf dem Bildschirm zu sehen: Rudi Assauer war bei der Premiere selbst vor Ort. © dpa

In der Schalker Veltins-Arena wurde am Freitagabend der Film „Rudi Assauer. Macher. Mensch. Legende.“ gezeigt. Und der, um den es ging, war höchstpersönlich gekommen: Der an Alzheimer erkrankte Assauer wurde im Rollstuhl in die Arena gefahren - die Zuschauer erhoben sich und feierten den Ex-Manager.

Mitten in Assauers „Wohnzimmer“

Einen passenderen Ort hätte man sich nicht ausdenken können, schließlich war es Rudi Assauer, der den Bau der Arena maßgeblich vorangetrieben hatte. Gezeigt wurde der Film auf vier riesigen, aufblasbare Leinwände (insgesamt 650 Quadratmeter) im Innenraum.

Bevor es mit dem Film losging, kamen auch ehemalige Weggefährten zu Wort. „Ich kenne keinen anderen Menschen, der Schalke 04 so gelebt hat wie Rudi“, sagt Andreas Müller, sein Nachfolger als Manager. Typen wie ihn gebe es nicht mehr in der Bundesliga, bedauert Müller. „Bei ihm zählte ein Handschlag noch.“ Er bezweifelt, dass eine Manager-Karriere wie die von Rudi Assauer heute noch möglich wäre. „Er fehlt“, sagt Müller.

Stevens: „Tränen werden fließen“

Auch Trainer-Legende Huub Stevens zeigte sich von dem Film bewegt: „Ich hätte gerne mehr Live-Momente mit Rudi gesehen“, sagte er wehmütig. „Ich denke, dass bei diesem Film bei einigen Zuschauern die Tränen fließen werden“ - damit sollte Stevens Recht behalten.

Es wurde ein unterhaltsamer - und bewegender - Abend: Viele Weggefährten und Familienmitglieder Assauers waren mit dabei, viele Anekdoten wurden erzählt. An vielen Stellen gab es Szenenapplaus von den Rängen - etwa, wenn ehemalige Publikumslieblinge wie Jörg Böhme, Ebbe Sand oder Gerald Asamoah zu Wort kamen.

Lizenz beim Pinkeln

Oder wenn Rudi Assauer die Geschichte zum Besten gab, wie er mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun die Bundesligalizenz beim Pinkeln aushandelte. Oder wenn Huub Stevens berichtete, wie er und Rudi Assauer sich kennenlernten - es sollte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden.

Eine Freundschaft, in der nicht nur über Fußball geredet wurde: Er habe große Angst gehabt, dass er einmal wie seine Mutter an Alzheimer erkranken würde, habe ihm Assauer einmal gestanden, berichtet Huub Stevens - es gehört zur großen Tragik von Assauers Lebens, dass diese Befürchtung wahr werden sollte.

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Einnahmen für die Stiftung Mit dem Film hat Regisseur Don Schubert Rudi Assauer schon zu Lebzeiten ein würdiges Denkmal gesetzt. Die Einnahmen des Abends fließen an die Rudi-Assauer-Stiftung. Im Juni wird der Film bundesweit im Kino zu sehen sein.