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Spieler feiern bis in den frühen Morgen - Pfiffe gegen Neuer

Königsblaue Emotionen

Damit hatte Manuel Neuer nicht gerechnet. Die offizielle Siegerehrung des DFB-Pokalsiegers 2011 durch Bundespräsident Christian Wulff war gerade beendet, da schnappte sich sein Mannschaftskamerad Kyriakos Papadopoulos das Objekt der Begierde und sprintete in die Schalker Fankurve, um rund 30000 begeisterten Anhängern als Erster die Trophäe zu präsentieren.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski

, 22.05.2011
Spieler feiern bis in den frühen Morgen - Pfiffe gegen Neuer

Fußball: Bundesliga - 11. Spieltag: FC Schalke 04 - FC Ingolstadt 04 am 31.10.2015 in der Veltins Arena in Gelsenkirchen. Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (r) und Marvin Matip von Ingolstadt versuchen an den Ball zu kommen. Foto: Bernd Thissen/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Völlig losgelöst präsentierten sich Raul und Co. nach dem Schlusspfiff, denn zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte holte Schalke durch den 5:0 (2:0)-Erfolg gegen den MSV Duisburg den Pott und wiederholte damit das Rekordergebnis aus dem Jahr 1972, wo es ebenfalls ein 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern gegeben hatte. Doch die Einstellung dieses Rekordes war Manager Horst Heldt vollkommen egal: „Hauptsache wir haben die Saison mit einem Titel abgeschlossen und spielen auch in der neuen Saison international.“

Dann in der Europa League, wo Schalke im August in der letzten Qualifikationsrunde in den Wettbewerb einsteigt. Allerdings wohl ohne Manuel Neuer, dem viele Schalker Fans den voraussichtlichen Wechsel zum FC Bayern München nicht verzeihen wollen. Als Neuer den Pokal in den Berliner Abendhimmel hob, gab es nicht nur Jubel, sondern auch Pfiffe aus den eigenen Fan-Reihen. Wohl deshalb griffen die Schalker Spieler bei der anschließenden Ehrenrunde vor dem königsblauen Fan-Block zu einem Trick. Während jeder Spieler sich einzeln vor den Fans feiern ließ, postierte Raul sich gemeinsam mit Neuer und dem Pokal. So blieben weitere Pfiffe gegen Schalkes Nummer eins aus, der wie immer in den letzten Wochen und Monaten keine Angaben zu seiner beruflichen Zukunft machen wollte: „Das ist Sache der Vereine.“

Während Bundestrainer Joachim Löw keinen Zweifel daran hat, dass Neuer künftig für den FC Bayern spielen wird, erweckten Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und Trainer Ralf Rangnick erweckten in Berlin den Eindruck, als sei in der Personalie Neuer das letzte Wort noch nicht gesprochen. Deshalb lehnte es Rangnick auch ab, Ersatztorhüter Mathias Schober in der Schlussphase einzuwechseln, der von den Fans („Wir wollen den Schober sehen“) lautstark gefordert wurde. Rangnick: „Das hätte so ausgesehen, als wenn wir Manuel verabschieden würden. Das ist nicht der Fall.“ Doch auf einer Aufsichtsratssitzung Anfang der Woche soll offenbar grünes Licht für den Transfer gegeben werden. Schober fand es übrigens etwas schade, dass er nicht zum Einsatz kam: „Die Fans wollten mich belohnen. Doch der Trainer hat anders entschieden. Aber ich habe damit kein Problem“, sagte der gebürtige Marler, der wohl bald seinen Vertrag bei den Königsblauen verlängern wird.

Bei der anschließenden Schalke-Feier mit rund 600 geladenen Gästen im Berliner Club „Spindler & Klatt“ entlud sich dann die ganze Spannung und Erleichterung, die Schalke in den vergangenen Wochen zu schaffen gemacht hatte. Die Spieler feierten ausgelassen. Mario Gavranovic bewies dabei bisher unbekannte Entertainerqualitäten, als er jeden Mitspieler humorvoll charakterisierte. Über Klaas-Jan Huntelaar sagte Gavranovic mit einem Augenzwinkern: „Das ist der schlechteste Stürmer der Welt und ein Bauer.“ Auch Ralf Rangnick war die Freude über seinen ersten Titel als Trainer anzusehen. Allerdings nahm sich der 52-Jährige etwas zurück, der die Pokalrunden bis zum Achtelfinale noch mit Hoffenheim bestritten hatte. „Ich bin im DFB-Pokal ungeschlagen. Das Viertel- und das Halbfinale habe ich eben übersprungen“, sagte der Schalker Trainer augenzwinkernd. Und auf die Frage, ob er den Pokal denn schon angefasst hätte, antwortete er: „Ich stehe nicht so auf Gold, sondern eher auf Silber.“

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