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Schalke muss trotz Millionen-Einnahmen sparen

Hoher Schuldenberg

Mehr als 50 Millionen Euro nimmt Schalke 04 in dieser Champions- League-Saison ein. Doch angesichts der hohen Verbindlichkeiten und Ausgaben ist der Club weiter zum Sparen gezwungen. Finanz-Vorstand Peter Peters muss nach wie vor defensiv haushalten.

MANCHESTER/GELSENKIRCHEN

von Von Dietmar Fuchs, dpa

, 04.05.2011
Schalke muss trotz Millionen-Einnahmen sparen

Peter Peters muss den FC Schalke wirtschaftlich fit machen.

Die Geldquelle Champions League sprudelt zwar wie nie zuvor, doch der FC Schalke 04 muss seinen Konsolidierungskurs auch in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen. Wohin mit den vielen Millionen Euro aus der Fußball-Königsklasse? Für Schalkes Finanzvorstand Peter Peters lautet die Frage eher: „Bleibt was über?“ Der Geschäftsführer des Revierclubs wirkte auf der Reise zum Halbfinal-Rückspiel bei Manchester United trotz der willkommenen Einnahmen durch die erfolgreiche Europa-Tour eher nachdenklich als euphorisch, was die finanzielle Lage der „Königsblauen“ angeht.

Mehr als 50 Millionen Euro brutto dürfte Schalke am Ende durch die Teilnahme an der Königsklasse eingenommen haben. Doch angesichts des nach wie vor hohen Schuldenberges wird der Geldsegen auch dringend benötigt. Nicht zuletzt die umstrittene Personalpolitik des ehemaligen Trainers Felix Magath verursachte auch hohe Kosten. Mit der Verpflichtung von Stars wie Klaas-Jan Huntelaar, Raúl und José Manuel Jurado gewann der Kader zwar an sportlicher Substanz, allerdings belasten die teuren Profis und die mehr als 30 Spieler den zwischenzeitlich angeblich auf über 70 Millionen Euro angewachsenen Personaletat erheblich. Gleichwohl betonte Magath stets: „Der Verein steht nun finanziell besser da als vor meinem Amtsantritt.“Der 48-jährige Peters muss den Verein gemeinsam mit Sportvorstand Horst Heldt und Trainer Ralf Rangnick in den nächsten Jahren personell wie finanziell neu aufstellen und den 2009 eingeleiteten Weg der Neustrukturierung fortsetzen. Laut Peters muss der Club weiter 15 bis 20 Millionen Euro pro Jahr allein an Zinsen und Tilgung aufbringen, um die Veltins-Arena wie geplant bis 2017 abzubezahlen.

Heldt und Rangnick kündigten bereits an, den aufgeblähten Kader auf ein „vernünftiges Maß“ zu reduzieren. „Wir wollen weiter Verbindlichkeiten abbauen und gleichzeitig größtmögliche Qualität im Kader halten“, nannte Heldt als ehrgeiziges Ziel. Daher werde man künftig wieder verstärkt auf die Förderung der eigenen Jugend setzen. Bei allen personellen Maßnahmen habe „der Trainer ein angemessenes Mitspracherecht““, erläuterte Peters. Zwar wäre es Rangnick am liebsten, Nationaltorhüter Manuel Neuer bis zum Vertragsende 2012 zu behalten, doch der Coach ist Realist. Denn der Poker um den 25 Jahre alten Keeper mit Bayern München ist längst entbrannt. In einer ersten Sondierungsrunde haben die Münchner angeblich 14 Millionen Euro geboten, Schalke soll 25 Millionen Euro für einen Wechsel in diesem Sommer verlangt haben. Und Peters mag sich mit „Mondpreisen“ wie den von Franz Beckenbauer ins Spiel gebrachten 50 Millionen Euro Ablöse gar nicht erst befassen.

Ende 2009 betrugen die Schalker Vereins-Verbindlichkeiten rund 135 Millionen Euro, die Schulden des Gesamtkonzerns wurden in der Bilanz mit knapp 250 Millionen Euro ausgewiesen. „Die Zeit des Schulden-Machens muss vorbei sein“, betonte Peters seinerzeit. Und dieses Credo gilt noch immer, auch wenn die Champions-League-Einnahmen die größte Not lindern. Noch im Januar 2011 hatte Magath eingeräumt, dass man bei Transfergeschäften Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu beachten habe. Neue Spieler durften nur bei entsprechenden Einnahmen gekauft werden. Magath registrierte, dass die finanzielle Gesamtsituation „ernster als allgemein bekannt“ war. Trotzdem gab er in der laufenden Saison rund 36 Millionen Euro für neue Profis aus. Peters lässt durchblicken, dass trotz der „erheblichen Mehreinnahmen“ ein großer Batzen bereits verplant sei. Auch der Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hatte nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Inter Mailand betont: „Ein Teil der Einnahmen fließt in den Abbau der Verbindlichkeiten, ein anderer Teil in den Kader.“

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