Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bayern und Schalke: Bewegung im Neuer-Poker

Zähe Verhandlungen

Nach der Trainingseinheit am Mittwochvormittag legte Manuel Neuer bis zur Mannschaftskabine noch eine Zusatzschicht ein. Die hieß Autogramme schreiben. Mit großer Wahrscheinlichkeit bleibt nicht mehr allzu lange Zeit, Neuer beim Schalker Training zu beobachten.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski

, 11.05.2011
Bayern und Schalke: Bewegung im Neuer-Poker

Welches Trikot trägt Manuel Neuer in der kommenden Saison?

Sein Wechsel zum FC Bayern München nimmt immer konkretere Formen an. Waren die Führungskräfte beider Klubs bei einem ersten Treffen Ende April noch so weit auseinander, dass Schalke-Manager Horst Heldt von einem „nicht erwähnenswerten Angebot“ der Bayern gesprochen hatte, so charakterisierte er diesmal die Zusammenkunft als „ordentliches Gespräch“.

Mehr als 20 Millionen Euro inklusive Sondervereinbarungen soll der deutsche Rekordmeister nun für die Schalker Nummer eins geboten haben. Heldt betont zwar weiter, dass noch nichts entschieden sei, aber es geht wohl nur noch um den richtigen Zeitpunkt, wann der Wechsel endgültig verkündet wird. Neuer wird kein Interesse daran haben, dass sein Transfer zu den Bayern ausgerechnet vor dem Pokalfinale gegen den MSV Duisburg über die Bühne geht. Der 25-Jährige will sich unbedingt mit einem Titel von seinem Herzensklub verabschieden. Alles andere, was die Konzentration aufs Finale stören könnte, soll bis dahin ausgeblendet werden.

Neben Neuer könnte auch Torwart-Trainer Bernd Dreher den Nationaltorhüter zu den Bayern folgen. Dreher gilt als wichtige Bezugsperson für Schalkes Nummer eins, der am Mittwoch nach dem Training mit Benedikt Höwedes, Mathias Schober und Trainer Ralf Rangnick die Köpfe zusammen steckte. Manöverkritik war offenbar angesagt, nachdem Neuer sich nach der Pleite gegen Mainz mit Kritik an der eigenen Mannschaft nicht zurückgehalten hatte. „Nach der Heimpleite gegen Mainz musste ich einfach Dampf ablassen. Jetzt haben wir noch zwei Spiele vor der Brust, in denen jeder Beteiligte Vollgas geben muss. Das Pokalfinale gewinnt sich gegen einen Zweitligisten nicht im Schongang und mit einer Niederlagenserie im Rücken schon gar nicht. Ich hoffe, dass jeder nochmals alles aus sich herausholt, damit wir zusammen einen erfolgreichen Saisonabschluss feiern können“, schreibt der Nationaltorhüter auf seiner Facebook-Seite.

Die Personalie Neuer nimmt zwar herausragende Bedeutung ein, aber Horst Heldt hat in der Sommerpause noch viele andere Baustellen hinsichtlich der Kaderplanung vor der Brust. Der leider sehr verletzungsanfällige Christian Pander dürfte wohl keinen neuen Vertrag bekommen. Ralf Rangnick konnte sich von Pander bisher bei keiner einzigen Trainingseinheit ein Bild von der Leistungsstärke des 27-Jährigen machen, weil der gebürtige Münsteraner nach seiner Zehenoperation bis zum Saisonende nicht mehr ins Mannschaftstraining zurückkehren kann. Pander weiß, dass ihn die neue Verletzung zum ungünstigsten Zeitpunkt getroffen hat. Er bleibt jedoch optimistisch, dass ihm die Rückkehr in den Profifußball noch gelingen kann. Heldt hat angekündigt, dass man sich auf Panders linker Abwehrseite intensive Gedanken um Verstärkungen macht. Hans Sarpei konnte sich auf dieser Position nicht als Stammspieler etablieren, Sergio Escudero hat zwar großes Talent, aber noch Schwächen in der Defensive, und Lukas Schmitz spielt bei Rangnick bisher überhaupt keine Rolle.

Lesen Sie jetzt