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Wörns bleibt Bankdrücker

DORTMUND Journalistische Fangfragen ortet Thomas Doll (41) zielsicher wie ein Radar metallische Gegenstände. Ob der Brasilianer Dede als Borussia Dortmunds Kapitän ein tragbares Zukunftsmodell sei, wurde Doll am Montag sinngemäß gefragt. Er empfing das Störsignal prompt, lächelte kurz. Und wich einem verbalen Eigentor aus.

Wörns bleibt Bankdrücker

Christian Wörns: Stark in Frankfurt.

„Dede“, formulierte er sensibel, „ist der Dienstälteste. Er hat sich im Spiel gegen München (0:0, d. Red.) mit der Binde am Arm wohl gefühlt. Aber unser Kapitän heißt Christian Wörns!“ Nur saß eben dieser am Sonntag zum ersten Mal seit fünf Jahren lediglich auf der Ersatzbank. Die Innenverteidigung bildeten Robert Kovac (33) und Markus Brzenska (23).

Nichts deutet darauf hin, dass sich an Wörns‘ Status in der 2. Pokalrunde am Mittwoch (19 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt etwas ändern könnte: „Kovac und Brzenska haben schon in Leverkusen harmoniert und meine Einschätzung gegen den stärksten Sturm der Liga bestätigt“, so Doll. Im Klartext: Kapitän Wörns, inzwischen 35 Jahre alt und mit einer Vertragsklausel ausgestattet, die ihm ein weiteres Profijahr für den Fall garantiert, dass er auf 25 Saisoneinsätze kommt, wird vor 42 000 Fans nur zuschauen wie seine Kollegen das BVB-Schiff manövrieren.

Zur festen Besatzung gehört hingegen Marc Ziegler (31), der den im Pokal noch gesperrten Torhüter Roman Weidenfeller (27) ersetzen muss. In der Liga blieb Ziegler (gegen Cottbus, in Rostock, gegen Bremen) bislang ohne Gegentor. Vielleicht ein gutes Omen, für den BVB, der im Pokal eine „Bilanz des Schreckens“ aufweist. Während der vergangenen acht Jahre kam das Team nie über die dritte Runde hinaus.

  „Wir haben diesen Wettbewerb in manch einem Jahr nicht so ernst genommen“, gab Sportdirektor Michael Zorc vor dem 4:1 der ersten Runde in Magdeburg zu. Seit einiger Zeit ist das anders. Auch aus finanziellen Gründen: 200.000 Euro an Pokal-Einnahmen sehen die aktuellen Etatplanungen vor, alleine das Spiel gegen Frankfurt soll 450.000 Euro netto (Eintrittsgelder, TV-Einnahmen, Bandenwerbung) in die Kasse spülen. „Über den DFB-Pokal“, sagt Zorc, „können die Profis und kann der Verein zu einem signifikanten Plus kommen.“ Vorausgesetzt, Borussia Dortmund überwintert im Wettbewerb.

In diesem Falle käme auch der Dauerverletzte Alexander Frei womöglich noch in den Genuss des Wettbewerbs. Seine Rückkehr wird nämlich erneut verschoben. „Alex hat nach wie vor Probleme mit der Wade“, sagt Doll.

Unsere Zeitung erfuhr: Als Konsequenz der veränderten Statik infolge seiner Hüft-OP ist die Muskelhülle in Freis rechtem Bein zu klein für den Muskel geworden. Der Schweizer klagt weiter über Schmerzen an jener Stelle, an der Fasern der Wadenmuskulatur zuletzt doppelt gerissen waren. Mehrere Ärzte beraten inzwischen auch über die Möglichkeit eines Eingriffs.

„Ob Alex in diesem Jahr noch einmal aufläuft“, sagt Zorc, „ist fraglich.“ Frei, bester BVB-Torschütze der vergangenen Saison (16 Treffer), ist in der laufenden Spielzeit bislang ohne Einsatz.

Laut Doll rückt das Comeback von Nationalspieler Sebastian Kehl indes näher: „Er ist deutlich weiter als Alex. Mit ihm wird es zum Wochenende ein Gespräch über die nächsten Schritte geben.“

  • Der FC Bayern München signalisiert Interesse an BVB-Ersatztorhüter Marc Ziegler. Der Routinier kommt demnach mittelfristig für die Rolle des zweiten Mannes hinter Michael Rensing in Frage. Trainer Ottmar Hitzfeld hat sich nach Informationen unserer Zeitung bereits nach Ziegler erkundigt. Der Profi besitzt beim BVB allerdings noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009.
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