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Willkommen im tiefsten Schlamassel

NÜRNBERG Die Erkenntnis des Abends war bitter und zugleich eindeutig: Borussia Dortmund, mit ganz anderen Ambitionen in die Saison gestartet, steckt nach 14 Begegnungen „mitten im Abstiegskampf“ (Roman Weidenfeller).

von Von Thomas Rellmann

, 25.11.2007
Willkommen im tiefsten Schlamassel

Florian Kringe diskutiert mit Robert Kovac.

Nach der 0:2-Niederlage beim 1. FC Nürnberg muss man es so klar formulieren: zu Recht. Trainer Thomas Doll: „Wir waren nicht mehr als ein Aufbaugegner.“ Zerlegt von zuletzt taumelnden Franken. Von denen und Rang 16 trennen Schwarzgelb nun magere drei Zähler.

Schwächste Saisonleistung

Der Coach hatte seine Mannschaft auf zwei Positionen umgestellt. Als Degen-Ersatz feierte Martin Amedick seine Startelf-Premiere unter Doll. Und im Mittelfeld war Sebastian Kehl erstmals seit dem ersten Spieltag wieder dabei – mit der Kapitänsbinde am Arm. Kehl wurde gerade mit einer Platzwunde wie Angelos Charisteas am Rand behandelt, als sich die linke BVB-Seite mit Kringe, Dede und Tinga plus Mladen Petric einen Kollektiv-Schlaf gönnte. Nutznießer: FCN-Spielführer Tomas Galasek, der aus 18 Metern abzog und etwas Glück hatte, dass auch noch Keeper Weidenfeller wegrutschte. Dolls Kommentar: „Der war wohl haltbar.“

Die erste Hälfte – aus Gäste-Sicht ein Offenbarungseid. Das Mittelfeld kam ständig zu spät, die Viererkette hatte Zuordnungsprobleme gegen Nürnbergs Dreier-Sturm, die Stürmer fanden folgerichtig nicht statt. 45 Minuten verstrichen ohne den Ansatz einer Chance. Stattdessen hatten die Schwarzgelben mehrfach Glück, dass es beim „Club“ an der Präzision fehlte oder Weidenfeller auf dem Posten war. Kaum zu glauben: In dieser richtungsweisenden Partie bot die Doll-Elf die schwächste Saisonleistung, stand viel zu tief, sah zu, wie der Pokalsieger, der vorher fünf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer aufwies, im Mittelfeld kombinierte. Die erste Hälfte in Zahlen: 1:10 Torschüsse, 43 % gewonnene Zweikämpfe. Mit einem Wort: desolat.

Harmlos und mittellos

Mit Giovanni Federico für Jakub Blaszczykowski stellte Doll nach dem Wechsel auf Mittelfeld-Raute um. Der minimale Ertrag: Der BVB wurde einen Tick offensiver, schoss in Person von Kehl (53.) sogar mal aufs Tor. Das Schlimme: Zwei plumpe Versuche einen Strafstoß zu schinden von Petric (61.) und Dede (75.) waren die einzigen Aufreger gegen die maximal durchschnittlichen Gastgeber. Borussia Mittellos.

Zwei Tiefschläge kassierten die Gäste noch: die Ampelkarte gegen Markus Brzenska (87.) und das 0:2 durch Charisteas (90.) nach einem Konter.

Eines ist klar: Nach dieser peinlichen Vorstellung erwartet Borussias Profis heute Abend (19 Uhr) eine äußerst unangenehme Mitgliederversammlung.

      

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