Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Vor Endspiel gegen Bayern steht Trainer Geppert im Fokus

BVB-U17 will die Saison krönen

Die U17 des BVB spielt am Sonntag (13 Uhr) beim FC Bayern Münchenum die Deutsche Meisterschaft. Trainer Sebastian Geppert hat großen Anteil daran. Der 34-Jährige holt den Traum vom Profifußball durch die Hintertür nach.

DORTMUND

, 14.06.2018
Vor Endspiel gegen Bayern steht Trainer Geppert im Fokus

Im Kreis seiner Spieler: Die U17 hört auf Sebastian Geppert - und der Coach hat ein offenes Ohr für seine Spieler. © Ludewig

Fuß zu Kopf, zum nächsten Spieler, patsch-patsch, weiter zum Trainer. Sebastian Geppert steht mit im Kreis, als die U17 des BVB ins Training startet. Locker fliegt der Ball durch die Luft, flapsige Sprüche der Spieler untereinander hinterher, einer nach dem anderen kassiert als Strafe Fingerschnipser am Ohr. Nach zwei Minuten zieht Geppert weiter. Stangen aufstellen für die erste Übung. Der 34-Jährige ist nah dran, und doch fokussiert. Ein Pfiff, „Kommt alle zusammen“, ruft er, dann geht die Einheit richtig los.

Einen Schritt weiter

In seinem zweiten Jahr als Coach der U17 führt Geppert seine Mannschaft am Sonntag ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Vor einem Jahr war unglücklich im Halbfinale Schluss, jetzt geht es einen Schritt weiter, mindestens. „Unser Anspruch ist es, jedes Spiel zu gewinnen“, sagt er vor dem Spiel der Spiele. Nicht tiefstapeln, nicht tönen. Nicht nur kuscheln, nicht bange machen.

Jetzt lesen

Mit großer Überlegenheit hat der BVB die West-Staffel in der Bundesliga dominiert, der Einzug ins Endspiel ist folgerichtig. Ballbesitz, Kreativität, viele Chancen herausspielen - das Rezept für guten, erfolgreichen Fußball. Und im Zweifel „immer ein Tor mehr schießen als der Gegner“, sagt der Trainer. Als ob es so einfach wäre.

Domino-Effekt nach Wolf-Abgang

Den Nachwuchs beim BVB zu betreuen bedeutet auch, viele Ziele gleichzeitig im Blick zu haben. In erster Linie die fußballerische Ausbildung, aber auch die Persönlichkeit und die schulische Karriere der 15- bis 17-Jährigen zu verfolgen. Und wenn der BVB eine Jugendmannschaft auf den Rasen schickt, dann soll die, bitteschön, auch gewinnen. Aus dem Erfolgsdruck im Ligaalltag der Bundesliga wird in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ein Erfolgswunsch.

Es wäre eine erste Krönung. 2013 ist Geppert durch Edin Terzic, damals Scout und Nachwuchscoach und ab Sommer womöglich einer der Co-Trainer von Profitrainer Lucien Favre, zum Klub gekommen. Er startete als Co-Trainer der U16, und dann ging es im Sommer 2016 schnell: Hannes Wolf verließ die U19 in Richtung VfB Stuttgart, Benjamin Hoffmann rückte auf und Geppert bekam kaum Zeit, sich eine Antwort zu überlegen. Der langjährige Scout sollte die U17 führen, „obwohl ich bis dahin nie Cheftrainer gewesen bin“. Nach zwei Jahren, mit dem Erreichen des DM-Halbfinals 2017 und des Endspiels 2018, lässt sich sagen, dass er die Erwartungen der Verantwortlichen erfüllt hat.

„Wir sind top zufrieden mit ihm“

„Wir haben damals das nötige Fingerspitzengefühl und das Vertrauen in ihn gehabt“, sagt Edwin Boekamp, Sportlicher Leiter der Dortmunder Nachwuchsabteilung und 1998 Gepperts Trainer in der U15. „Wir sind top zufrieden mit ihm.“ Unisono loben Kollegen und Spieler die menschlichen Qualitäten des Trainers. „Er hat einen guten Draht zu den Jungs“, so Boekamp. „Wir können immer mit ihm reden, nicht nur über Fußball“, berichtet Kapitän Alaa Bakir. Er spielt im zweiten Jahr unter Geppert und sagt: „Er ist wie ein Freund.“

Gepperts eigene Karriere endete mit 20 nach einer schweren Knieverletzung. Den Traum vom großen Fußball holt er gewissermaßen durch die Hintertür nach. Für Borussia scoutete er potenzielle Neuzugänge und fertige Gegneranalysen an, nun führt er eine der besten Jugendmannschaften des Landes und gestaltet deren möglichen Übergang zum Profibereich. „Ich genieße das große Privileg, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben – und das auch noch bei dem Verein, für den immer schon mein Herz schlägt“, erklärte er. Und im Kreis seiner Spieler, die ihm am Herzen liegen.

Lesen Sie jetzt