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Trauer um "Jockel" Bracht

BVB-Meisterspieler

Helmut „Jockel“ Bracht, Meisterspieler des BVB in den 50er- und 60er-Jahren, ist tot. Der 81-Jährige starb nach langer Krankheit am Donnerstag Abend. Mit Borussia Dortmund wurde er dreimal Deutscher Meister und einmal Vizemeister.

DORTMUND

von Von Fritz Lünschermann

, 13.05.2011
Trauer um "Jockel" Bracht

ARCHIV - Der deutsche Triathlet Timo Bracht trifft am 20.07.2014 in Roth (Bayern) beim Datev Challenge Roth als Erster im Ziel ein. Foto: Daniel Karmann/dpa (zu dpa: "Triathlon-Oldie Bracht strebt mit fast 40 nächsten Roth-Coup an" vom 10.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bracht ist neben Wilhelm Burgsmüller der einzige Spieler, der bei allen drei Meisterschaften der Borussia vor Gründung der Bundesliga in der Finalmannschaft stand. Unweit des Borsigplatzes geboren, tritt der umtriebige Westfale frühzeitig dem BVB bei, für den er unter den Jugendleitern Häuser und Kampmann in der Schüler- und Jugendmannschaft bis zur Einstellung des Spielbetriebes 1943 kickt.

Ausgebombt zieht Mutter Bracht mit ihren drei Kindern nach Lünen-Horstmar, wo „Jockel“ bei den dortigen Preußen spielt. 1948 geht es zu Westfalia Herne, von 1953 an zwei Jahre unter Trainer Willi Kronsbein zur SpVg Herten (damals 2. Liga), anschließend holte ihn Borussias Fußball-Obmann Heinz Dolle zurück zum BVB. Der gelernte Mineralöl-Kaufmann, genannt der „Ölprinz“, weil er eine General-Agentur der Deutschen Shell führt, avanciert sogleich zum Stammspieler und wird mit Schwarz-Gelb Deutscher Meister 1956. Ein Jahr später wiederholt die Elf in derselben Besetzung den Erfolg. Der BVB bietet zu dieser Zeit die beste Vereinsmannschaft, in der „Jockel“ als Außenläufer maßgeblich Anteil an den Erfolgen hat. Später erzählte er gerne von seinen tollen Jahren in der Oberliga West (201 Spiele).

Sein letztes internationales Spiel bestritt Bracht am 29. April 1964 im Halbfinale in San Siro beim 0:2 bei Inter Mailand. In der neu eingeführten Bundesliga spielte er noch elfmal und zählte auch 1965 zum Kader der DFB-Pokalsieger-Elf um Trainer Hermann Eppenhoff. „Jockel“ blieb seiner Borussia treu, als Obmann (bis 1971), im Ältestenrat (sechs Jahre lang auch als 1. Vorsitzender) und als „guter Geist“ für verschiedene Vorstände. Krankheitsbedingt führte er zuletzt ein ruhiges Leben an der Seite seiner Ehefrau Karin.

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