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Shinji Kagawa über seinen Körper und ein großes Ziel

Das Interview

Es war bislang ein schlimmes Jahr für Shinji Kagawa, der noch in der Hinrunde so kometenhaft zum Shooting Star der Bundesliga aufgestiegen war: Mittelfußbruch, die Tsunami-Katastrophe in seiner Heimat Japan, zuletzt der Tod seines Großvaters.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 06.05.2011
Shinji Kagawa über seinen Körper und ein großes Ziel

Shinji Kagawa versprüht Freude auf dem Trainingsplatz.

Das alles verdunkelte die vergangenen fünf Monate, in denen er am seinem Comeback arbeitete. Wir sprachen mit dem 22-Jährigen über schwere Zeiten, bewahrte Lebensfreude und großen Stolz.

Ich musste zum ersten Mal erleben, dass ein enges Familienmitglied gestorben ist. Das war eine komplett neue Erfahrung und sehr traurig. Aber ich sehe das auch als ein Zeichen, dass wir einen Tag, nachdem mein Großvater verstorben war, Meister geworden sind. Damit ging es wieder aufwärts. Ich versuche, daraus positive Kraft zu schöpfen.

Ich blicke öfter zurück und denke darüber nach, was in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist. Es gab erfolgreiche, aber auch viele traurige Ereignisse. Da ist ziemlich viel über mich hereingebrochen. Für mich ist der Gewinn der Meisterschaft so etwas wie ein Neustart in eine hoffentlich wieder erfolgreiche Saison.

Es hat mich schrecklich gewurmt, nicht helfen zu können. Aber auf der anderen Seite habe ich gesehen, wie die Mannschaft weiter super gespielt hat. Es hat mich mit Stolz erfüllt und glücklich gemacht, selbst ein Teil dieses Teams zu sein. Auch wenn ich nur auf der Tribüne sitzen konnte.

Nein, in dieser Form noch nicht. Unsere Mannschaft hat neben ihrer Jugend, die sie verbindet, auch eine gemeinsame Sprache außerhalb des Platzes. Diese Gemeinschaft strahlt ihre Energie auf jeden Einzelnen aus.

Es war eine tolle Hinserie für mich. Aber die vielen Tore, die ich erzielen konnte, sind ja nicht aus dem Nichts entstanden. Ohne die Mithilfe der gesamten Mannschaft hätte ich sie nie erzielen können. Es war klar, dass es im Laufe der Saison auch mal einen Knick in unseren Leistungen geben würde. Daran hätte sich auch nichts geändert, wenn ich dabei gewesen wäre. Von Stolz kann deshalb keine Rede sein.

Nur bedingt, denn auch wenn die erste Hälfte der Saison überragend war, ist es leider so gewesen, dass mein Körper nicht über die volle Spielzeit mitgemacht hat. Das ist ein Faktor, der mich sehr wurmt, denn ich will ein Spieler sein, der eine komplette Saison auf hohem Niveau spielen kann.

Mein erster Gedanke, als ich beim Asien-Cup vom Feld gehen musste, war: Was wird jetzt aus meiner Rückrunde? Vom ersten Moment an war es einzig und allein mein Ziel, in dieser Spielzeit möglichst noch auf den Rasen zurückzukehren. Dafür habe ich Tag für Tag hart gearbeitet und tue es auch jetzt noch. Und ich hoffe, dass ich dieses Ziel erreichen kann.

Wenn es so kommen sollte, würde mich das mit großer Freude erfüllen.

Ich sehe die Bilder ja immer, wenn ich im Signal Iduna Park die Kabine betrete. Für jeden Fußballer ist es ein Traum, einen Titel zu gewinnen. Es wäre das Schönste für mich, wenn ich nach dem Frankfurt-Spiel auf dem Rasen stehen und die Schale in die Hand nehmen könnte.

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