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Nuri Sahin: Mann mit Herz und Hirn

Gewinner der Saison

Jürgen Klopp ist ein Trainer, der gerne Spieler aus der Masse heraushebt, um sie für besondere Leistungen zu belohnen. Doch das Lob, das er Nuri Sahin in der vergangenen Woche ausstellte, hatte eine neue Qualität: „Ohne Nuri“, sagte der 43-Jährige, „wären wir nicht Deutscher Meister geworden.“

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 15.05.2011
Nuri Sahin: Mann mit Herz und Hirn

Er war das Herzstück und das Gehirn der Dortmunder Meistermannschaft: BVB-Sechser Nuri Sahin.

Der 22-Jährige spielte eine nahezu makellose Saison auf der Doppel-Sechs, der Keimzelle des Dortmunder Spiels. Gemeinsam mit Sven Bender unterband er das Offensivspiel der Gegner bereits in den kleinsten Ansätzen. Und bei eigenem Ballbesitz spielte der türkische Nationalspieler seine Stärken im räumlichen Sehen, im Spielverständnis und in der Ballbehandlung ebenso gnadenlos wie effektiv aus. Es gab kaum eine Abwehrreihe, die nicht von seinen perfekt getimten Pässen zerschnitten wurde.

An 21 Toren war der Edeltechniker in 30 Bundesliga-Spielen der Spielzeit 2010/11 beteiligt. Nie war Sahin (sechs eigene Treffer) so gefährlich. Und das, obwohl sich Dortmunds Nummer „8“ sogar den Luxus leistete, drei Elfmeter nacheinander zu verschießen. Längst ist Sahin, in der Hinrunde der notenbeste Spieler der gesamten Bundesliga, dem Niveau einer hochveranlagten Nachwuchskraft entkommen. Im sechsten Bundesliga-Jahr seiner Karriere ist der einst als größtes Nachwuchstalent des europäischen Fußballs bezeichnete Sahin zu einem Chef gereift. Er ist sowohl das Herz als auch das Hirn dieser so leidenschaftlich und clever aufspielenden Dortmunder Meistermannschaft. Sahin ist der König der Borussia – und geht in dem Moment, in dem es am schönsten ist.

Ab Juli wird der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten bei den „Königlichen“ von Real Madrid sein großes Können unter Beweis stellen. Sahin ist in der Weltspitze angekommen, hat sich seinen „Lebenstraum“ erfüllt, wie er bei seiner Abschieds-Pressekonferenz in Dortmund mit glasigen Augen verkündete. Für die Borussia bedeutet sein Abgang einen herben Verlust, der nur schwer aufzufangen ist. „Er war prägend bei uns“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Er weiß: Ohne den Anführer Sahin wird das BVB-Spiel in der kommenden Saison ein anderes sein. n Sain

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