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Lucien Favre versammelt seinen Stab in Brackel um sich

BVB-Trainingsstart

Die neue Zeitrechnung bei Borussia Dortmund beginnt offiziell am Freitag mit der Vorstellung von Lucien Favre. In die Detailarbeit ging es in Brackel aber schon am Tag zuvor.

DORTMUND

von Dirk Krampe, Florian Groeger

, 05.07.2018
Lucien Favre versammelt seinen Stab in Brackel um sich

Lucien Favre startet beim BVB mit einem klaren Plan. © dpa

Der Chef war der Erste: Gegen 13.45 Uhr traf Lucien Favre parallel mit seinem Berater Reza Fazeli in Brackel ein. Zwei Tage vor dem offiziellen Start in die Vorbereitung versammelte der 60-Jährige sein neues Team um sich. Neben Co-Trainer Edin Terzic und dem Betreuerstab nahmen auch Sportdirektor Michael Zorc und Rückkehrer Sebastian Kehl an der mehrere Stunden dauernden Sitzung teil. Um Punkt 18 Uhr verließ Favre das Gelände wieder.

Große Erwartungen

Die Erwartungen an den neuen Coach sind gewaltig. Seit die Borussia vor gut 13 Monaten Thomas Tuchel entlassen hat, hatten gleich zwei Trainer die Geschicke der Mannschaft in ihren Händen. Der Niederländer Peter Bosz scheiterte nach einem furiosen Start im Herbst, Peter Stöger führte die in sich zerstrittene Elf zwar auf der Felge in die Champions League - das reichte allerdings nicht als Empfehlung für eine Weiterbeschäftigung. Nun soll es Favre richten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen vor dem Vorbereitungsstart.


Wie läuft der Auftakt in die BVB-Vorbereitung?

Borussia Dortmund nimmt als letzter Bundesligist die Saisonvorbereitung auf. Am Samstag und Sonntag absolvieren alle Spieler, die nicht bei der WM waren oder verletzt sind, die obligatorische Leistungsdiagnostik. Mit den dort ermittelten Werten kann der Trainerstab ab Montag jeden Spieler nach seiner individuellen körperlichen Verfassung belasten. Montagvormittag geht es zum ersten Mal auf den Trainingsplatz.


Wie hat sich Lucien Favre auf den BVB vorbereitet?

Seit seiner Rückkehr aus dem Urlaub gab es mehrere Treffen mit der sportlichen Leitung. Favre hat zudem auch Videomaterial von allen Spielern gesichtet, die er nicht ohnehin schon gut kannte. Er war in die Transferplanung voll eingebunden. Der Schweizer bringt noch einen eigenen Co-Trainer mit, dessen Name ein gut gehütetes Geheimnis bleibt.

Lucien Favre versammelt seinen Stab in Brackel um sich

Begutachtete mehrmals die U23: Edin Terzic. © Groeger


Als zweiten „Co“ hat der BVB Edin Terzic (37) zurückgeholt, der sich als Juniorentrainer und Scout (bis 2013) einen guten Namen im Klub machte. Zuletzt stand Terzic als Co-Trainer bei West Ham United an der Seitenlinie. In den vergangenen Tagen hat Terzic sich schon ein Bild von den Spielern der U23 gemacht.


Welche Schwerpunkte setzt der BVB in der Phase bis zum Saisonstart?

Anders als in den Vorjahren besitzt das erste Trainingslager sportlich diesmal einen deutlich höheren Stellenwert. Der BVB bereist vom 18. bis 26. Juli die Ostküste der USA, wird aber die Marketing-Aktivitäten dort deutlich knapper halten als in den Vorjahren in Asien. Mit Testspielen gegen den FC Liverpool, Manchester City und Benfica Lissabon warten in Amerika hochkarätige Testgegner. Im zweiten Trainingslager (1. bis 8. August) im schweizerischen Bad Ragaz wird der Kader dann weitgehend komplett sein.


Welche Spieler fehlen zum Start?

Die WM-Spieler Marco Reus, Manuel Akanji, Roman Bürki, Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek, Shinji Kagawa und Thomas Delaney haben noch Urlaub. Reus und Piszczek werden schon während der USA-Reise zum Team stoßen. Julian Weigl wird zunächst nur individuell trainieren, weil er noch über Leistenbeschwerden klagt, die ihn schon in der Endphase der vergangenen Saison behinderten.

Lucien Favre versammelt seinen Stab in Brackel um sich

Schaute am Donnerstag kurz in Brackel vorbei: Julian Weigl. © Groeger


Es handelt sich allerdings nicht um eine Schambein-Entzündung - die Hoffnung ist groß, dass Weigl noch in der Vorbereitung regulär einsteigen kann. Am Donnerstag stattete Weigl der medizinischen Abteilung in Brackel einen kurzen Besuch ab.

Weitere Verletzte gibt es nicht - die Langzeit-Ausfälle der vergangenen Saison, Erik Durm und Sebastian Rode, haben bereits mit einer individuellen Vorbereitung begonnen. Auch Ömer Toprak, der sich im Heimspiel gegen Mainz eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte, trainiert bereits seit der vergangenen Woche individuell am Trainingsgelände.


Welche Spieler könnten noch kommen/gehen?

Fünf Neuzugängen (Marwin Hitz, Eric Oelschlägel, Abdou Diallo, Thomas Delaney, Marius Wolf) stehen bislang nur zwei Abhänge (Sokratis, Gonzalo Castro) gegenüber. Die Leihspieler Jacob Bruun Larsen und Dzenis Burnic kehren aus Stuttgart zurück.

Die schwierigste Aufgabe ist die Suche nach einem zentralen Stürmer. Potenzielle Kandidaten wie Alvaro Morata sind in der momentanen Konstellation finanziell nicht zu stemmen. Gesucht wird auch noch ein Außenverteidiger, der Achraf Hakimi (Real Madrid) heißen dürfte und auf Leihbasis kommen soll. Mit aktuell 30 Spielern ist der Kader noch deutlich zu groß. Auf der Abgabeseite wird sich noch einiges tun.


Was ist Favres dringlichste Aufgabe?

Das Spiel des BVB soll wieder eine klare Philosophie auszeichnen. Favre startet mit der Bürde, innerhalb von zwölf Monaten der vierte Trainer zu sein, der dieser Mannschaft seine Vorstellungen und sein System näherbringen will. Gespannt darf man sein, wie Favre das Überangebot in einigen Mannschaftsteilen moderieren wird.

Sollten nicht noch einige Spieler mangels Perspektive von sich aus einen Vereinswechsel anstreben, droht spätestens ab dem zweiten Trainingslager eine Art „Trainingsgruppe 2“. Der Schweizer ist bei all seinen bisherigen Stationen immer mit einem klaren Plan aufgetreten - darauf setzen nun auch die BVB-Bosse.

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