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Kehl winkt Startelf - Degen fällt aus

DORMTUND Die Bedeutung, die einst dem Spielmacher, der klassischen „10“, zukam, ist im vergangenen Jahrzehnt gesunken. Heute gilt der „Sechser“, mal auch „Quarterback“ oder „Staubsauger“ genannt, als Fixpunkt jedes Systems im nationalen wie internationalen Fußball.

von Von Thomas Rellmann

, 21.11.2007
Kehl winkt Startelf - Degen fällt aus

Sebastian Kehl bleibt bis 2012.

Borussia Dortmund sucht auf dieser Position noch immer nach der Idealbesetzung. Mal durfte der Brasilianer Tinga, zuletzt auf dem aufsteigenden Ast, sich probieren. Mal fiel die Wahl auf Youngster Marc Kruska (20).

Mal erledigten die beiden den Job als Doppel-Sechs im Duett. Vorgesehen war dort immer ein anderer: Sebastian Kehl (Foto), einst Deutscher Meister und Vize-Weltmeister, der in den vergangenen 15 Monaten aufgrund einer komplexen Knieverletzung vorwiegend die Schattenseiten des Profitums kennen gelernt hat.

Jetzt gibt‘s Hoffnung: Am Sonntag in Nürnberg (17 Uhr) winkt dem 27-Jährigen, der in dieser Saison nur zum Auftakt gegen Duisburg auflief, die Rückkehr in die Startelf. Der 31-fache Nationalspieler, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, gibt sich zwar zurückhaltend: „Ich will erstmal gut trainieren.“

Keine zu hohen Erwartungen

Doch sein Trainer Thomas Doll beschäftigt sich durchaus mit einer schnellen Rückkehr in die Anfangsformation: „Ich entscheide in den nächsten Tagen, ob er von Beginn an aufläuft.“ Allerdings dürfe man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. „Nach einem Spiel hat er schon zwei, drei Tage schwere Beine“, so Doll, der sich über das erfolgreiche Comeback Kehls in der BVB-Reserve (3:2 gegen Emden, 1:0 in Wolfsburg) freute.

Für die Rückkehr des Dauerpatienten spricht, dass der BVB mal wieder Leidtragender von Länderspiel-Abstellungen ist. Zum einen hat sich Marc Kruska in der U21-Partie in Luxemburg (7:0) einen Außenband-Teilriss im Sprunggelenk zugezogen und droht auszufallen. Die Chance für Kehl? Noch schwerer als Kruska hat‘s Philipp Degen erwischt. Beim 0:1 der Schweizer gegen Nigeria musste er nach sechs Minuten mit einer Sprunggelenksblessur raus – Einsatz ausgeschlossen.

Einer, dessen Leidenszeit im schwarzgelben Dress, fast genauso andauert, ist Nelson Valdez. Zwei Pflichtspieltore hat der Paraguayer in knapp eineinhalb für den BVB erzielt. Exakt so viele wie in den letzten beiden Länderspielen. Beim 5:1 gegen Ecuador glänzte der 23-Jährige. „Ich hoffe, er nimmt diesen Schwung mal mit“, sagt Doll dazu. „Irgendwas muss ihn ja hindern, für uns genauso zu treffen.“ Im Frankenland wird Valdez wohl erstmal zuschauen. In der Nacht zu Donnerstag (2.30 Uhr MEZ) tritt er für sein Land in der WM-Quali in Chile an. Sein Vereinscoach baut trotz der offenkundigen Abschlussschwäche des Paraguayers weiter ihn: "Keiner wird hier abgeschrieben."

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