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Jetzt fehlt noch ein Typ wie Sammer auf dem Platz

Der BVB-Kommentar

Mit der Neuausrichtung des Klubs leiten Borussia Dortmunds Bosse wichtige Veränderungen ein. Von der Expertise eines Matthias Sammer kann der Klub nur profitieren. Jürgen Koers kommentiert.

DORTMUND

, 30.03.2018
Jetzt fehlt noch ein Typ wie Sammer auf dem Platz

Arbeiten ab der kommenden Saison wieder zusammen: Michael Zorc (l.) und Matthias Sammer. © imago

Es ist eine Szene, die den Spieler Matthias Sammer neben all den Triumphen unvergessen gemacht hat bei Borussia Dortmund: Wie er 1994 eine klaffende Wunde über seinem Auge bei einem Bundesliga-Spiel in Gladbach ohne Betäubung tackern ließ - und dann weiterspielte. Sammers Name stand und steht für diese ausnahmslose Gier nach Erfolg, für bedingungslosen Ehrgeiz und eine grenzenlose Leidenschaft für den Fußball. Davon kann der BVB auch heute noch profitieren.

Fehler aus der Vergangenheit korrigieren

Matthias Sammer, dessen Erläuterungen der Bundesliga-Spiele bei Eurosport Laien wie Fachleute mit offenen Augen und Ohren folgen, hat Fußball-Wissen mit großen Löffeln gegessen. Dass er dieses Wissen nun beim BVB einbringt, kann bei der angekündigten und eingeleiteten Neujustierung nicht nur des Profikaders, sondern des gesamten Klubs nur dienlich sein.

Mit seiner Erfahrung und seiner Kompetenz, die er jahrelang beim Deutschen Fußball-Bund und beim FC Bayern München eingebracht hat, hilft er sofort. Staunend erzählte kürzlich ein hochrangiger BVB-Angestellter, dass ihm Sammer in weniger als einer Stunde schonungslos und präzise die Schwächen der aktuellen Mannschaft aufgezeigt habe. Aus diesen Analysen können Borussias Bosse nun die richtigen Schlüsse ziehen und Fehler aus der Vergangenheit korrigieren.

Kräfte mit schwarzgelber DNA

Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc haben jüngst ihre Verträge für drei bzw. vier weitere Jahre verlängert, doch ein Weiter-so ist damit nicht verbunden. Auch die beiden Chefs haben erkannt, dass zum einen frischer Wind benötigt wird und zusätzliche Kapazitäten, um den eigenen Anspruch als Nummer zwei in Deutschland und Top-Ten in Europa aufrecht zu erhalten. Sie bedienen sich, wie schon an vielen anderen Stellen, an Kräften mit schwarzgelber DNA.

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Das gilt auch für Sebastian Kehl, der als Wunschkandidat gilt für den neuen Posten als Chef der Lizenzspielerabteilung. Sein Wiedereinstieg bei der Borussia galt eigentlich als beschlossene Sache, nun wird auch das passende Jobprofil dafür geschaffen. Kehl kann mit seiner BVB-Vita auf der einen Seite als Vorbild und Ratgeber in den Kader hineinwirken, auf der anderen Seite Stimmungen und Schwingungen aufnehmen und entgegenwirken. Dass öffentlich über Zerwürfnisse und Grüppchenbildungen innerhalb der Mannschaft gesprochen werden muss wie in dieser Saison, das soll sich nicht wiederholen.

Sportliche Fragen klären

Mit all der Kompetenz gilt es nun, die entscheidenden sportlichen Fragen zu klären. Traut es die Führung Trainer Peter Stöger zu, die Mannschaft nicht nur kurzfristig zu stabilisieren, sondern mittelfristig sportlich erfolgreich und fußballerisch begeisternd auf den Rasen zu schicken? Oder soll im Sommer ein neuer Trainer eine neue Ära einleiten?

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Bei der Beantwortung dieser Fragen soll es keine Denkverbote geben, genau wie beim Kader. Dort gibt es Spieler, die wenig bis gar keine Leistung erbringen. Dort gibt es Spieler, die schon lange nicht mehr an einst gezeigte Leistungen herankommen und eigentlich aussortiert gehören. Dort fehlt es an einer stimmigen Hierarchie und klaren Führungsfiguren. Dort fehlt - neben einem Mittelstürmer für die kommende Saison - ein Spieler wie Matthias Sammer.

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