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Hummels‘ Auszeit inmitten des Dortmunder Feier-Wahnsinns

Gänsehaut pur

Als die schwarzgelbe Feiertraube aus Spielern, Betreuern und Offiziellen vor der bebenden Südtribüne trat, um den Gewinn der siebten deutschen Meisterschaft für den BVB mit der gebührenden Ausgelassenheit zu feiern, stand ein Borusse ein Stück abseits und schaute zu: Mats Hummels.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 01.05.2011
Hummels‘ Auszeit inmitten des Dortmunder Feier-Wahnsinns

Langsam macht's klick: Mats Hummels feiert mit seiner Freundin Cathy den schwarzgelben Triumph.

Den Kopf leicht zur Seite geneigt stand der 22-Jährige auf dem Rasen und blickte fast ein wenig ungläubig auf die Szenen, die noch in 50 Jahren in jedem Vereinsrückblick des BVB auftauchen werden. Statt mittendrin war der Nationalspieler für einige Minuten nur dabei. Es war ein Moment der Zurückgezogenheit, den sich Hummels nahm – und der so typisch ist für diese Generation von jungen, hochtalentierten und reflektierenden Fußball-Profis, von denen so viele derzeit im Dortmunder Trikot auflaufen.

„Direkt nach dem Abpfiff war auch ich komplett in Ekstase, total euphorisiert“, schilderte der Innenverteidiger am Abend, was zwischen 17.18 Uhr, dem Moment der Entscheidung, und 18 Uhr in ihm vorging. „Doch dann habe ich bemerkt, dass ich Zeit brauche, um zu realisieren, was überhaupt passiert ist.“ Deshalb habe er sich ein paar Meter zur Seite gestellt. „Ich habe den Moment genossen und das hat mindestens so viel Spaß gemacht, wie mittendrin zu sein.“ Auch seine Nationalmannschaftskollegen Sven Bender (22) und Marcel Schmelzer (23) nahmen sich ihre Auszeiten vom Feier-Wahnsinn. Auch sie mussten erst die Eindrücke – und das, was nun auf sie zu kommt – verarbeiten. „Die letzten fünf Wochen habe ich davon geträumt, diese verdammte Meisterschaft zu holen“, verriet Hummels schließlich. „Es war ein geiler Moment, als es dann diesmal endlich geklappt hat.“

Schon während des Spiels habe er eine Gänsehaut bekommen, als die Leute auf den Rängen zum Jubel ansetzten, obwohl sich Nürnbergs Mehmet Ekici gerade den Ball zum Freistoß hinlegte. „Als das Stadion so explodierte, war es schwer, die Konzentration zu behalten. Danach sind wir ein paar Sekunden mit einer gewissen Erleichterung durch die Gegend gelaufen.“ Doch Nürnberg nutzte die Sekunden-Auszeit des BVB nicht. Der Partyabend konnte seinen Lauf nehmen – natürlich mit Hummels: „Heute kann schließlich keiner zu Hause bleiben.“

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