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Eklat nach dem Aus mit Applaus

TRIEST/DORTMUND Am Morgen danach waren die Augen klein und glasig, der Espresso für 90 Cent am Flughafen von Triest erschien plötzlich so kostbar wie ein Fabergé-Ei. „Trotz einer Menge Alkohol konnte ich in der vergangenen Nacht nicht schlafen“, klagte KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke am Freitag ziemlich übermüdet.

03.10.2008
Eklat nach dem Aus mit Applaus

Yeeeeeeeeees! Die BVB-Saison verläuft nach Plan.

Seine kickenden Angestellten hatten sich im Friaul zuvor nur sehr widerwillig aus dem UEFA-Cup verabschiedet. Die 0:2-Hinspielniederlage gegen Italiens Tabellendritten Udinese Calcio konnte der BVB durch Tamas Hajnals Treffer (45.+1/90.+2) und einen sensationellen Kraftakt zwar wettmachen, doch am Ende des Elfmeterschießens (4:3 für Udine) stand kein Happyend. „Bitter“, meinte Verteidiger Marcel Schmelzer, dass ausgerechnet unsere Besten – Blaszczykowski und Hajnal – ihre Elfer nicht verwandeln konnten.“"Der BVB ist auf dem richtigen Weg"

Einen Tag vor dem Anstoß hatte ein italienischer Journalist Borussias Trainer Jürgen Klopp noch gefragt, wie er denn gedenke, ein Serie-A-Team, das in den vergangenen vier Partien nur ein Gegentor kassiert hat, noch aus dem Wettbewerb schmeißen zu können. Die Antwort auf das Übermaß an Arroganz gab Klopps Team fußballerisch. Angetrieben von Regisseur Tamas Hajnal und dem deutlich verbesserten Kapitän Sebastian Kehl. „Wir haben gezeigt, dass unser Kader über enorme Qualität verfügt“, betonte Hajnal kurz vor Mitternacht. Kehl war geknickt: „Dass wir uns im Hinspiel in vielen Situationen dämlich angestellt haben, hat am Ende leider den Ausschlag gegeben.“ Mindestens vier Millionen Euro hätte der Einzug in die Gruppenphase der Borussia in die Kasse gespült. Dieser Geldsegen bleibt nun aus. „Über allem“, sagte Watzke am Flughafen von Triest – den Espresso noch in der Hand – , „steht aber, dass wir auch dem Allerletzten zeigen konnten: Der BVB ist auf dem richtigen Weg!“ Zehn Pflichtspiele hat das neu formierte Team Unter Klopps Leitung  bislang absolviert. Nur zwei gingen verloren. „Es wird Zeit, dass einige das merken“, meint Watzke.Eklat nach denm Schlusspfiff

Daran, dass manch ein Mensch im Umfeld des mausgrauen italienischen Klubs Udinese Calcio gar nichts mehr merkt, bestand am späten Donnerstagabend kein Zweifel. Vor dem nur zu einem Drittel gefüllten Stadio Friuli, das penetrant nach Pilzbefall stinkt und nicht einmal über eine funktionierende Anzeigetafel verfügt, kam es nach dem Spiel zum Eklat. Security-Leute hinderten Klopp und Kehl massiv daran, deutschen Journalisten Interviews zu geben. Kameras wurden weggeschubst, Klopp wurde festgehalten, Kehl angerempelt, es hagelte Beschimpfungen. „Sollen wir die Polizei holen?“, fragte der Trainer. „Why, why, why?“, schrie Kehl. Und BVB-Mediendirektor Josef Schneck urteilte: „So etwas habe ich noch nie erlebt!“ Manch ein Italiener wirkte in diesen Minuten so, als habe sein Puls eine natürliche Untergrenze von 200. Die Pressekonferenz fiel aus, Klopp hatte vergeblich auf seinen Kollegen Pasquale Marino gewartet. Eine Protestnote wird der BVB aber nicht einreichen: „Wir sind gute Verlierer“, sagte Watzke. Der Trainer bezeichnete seinen Security-Gegenspieler allerdings noch am Tag nach den Vorkommnissen als "Beppo Brem für Einkommensschwache". Am Sonntag wollen die guten Verlierer wieder Gewinner sein. In der Bundesliga – gegen Hannover 96 (Anstoß: 17 Uhr). „Wir haben ein Heimspiel verdient, in dem die Fans bedingungslos hinter uns stehen“, sagte Klopp. Widersprechen wollte und konnte dem Trainer niemand. - Sascha Fligge  

BVB-Splitter

  • Mit Abstand schwächster Aktiver in Udine war Schiedsrichter Muniz Fernandez (Spanien). Er verweigerte den Gastgebern gleich zwei Strafstöße, erkannte Alexander Freis korrektes Tor nicht an (51./angeblich Abseits) und hätte BVB-Torhüter Roman Weidenfeller nach dessen zutiefst dummer Boxeinlage gegen Floro Flores (66.) zwingend Rot zeigen müssen.
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