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Der stinkige Doll

DORTMUND So wie gestern hat man Thomas Doll (41) in Dortmund noch nie gesehen: übel gelaunt, wortkarg, den Blick gesenkt.

von Von Sascha Fligge

, 29.11.2007
Der stinkige Doll

Will seine Profikarriere fortsetzen: Christian Wörns.

So sieht einer aus, der in den Gazetten am selben Morgen gelesen haben muss, dass das Stimmungsbarometer im Unternehmen möglicherweise zu Gunsten von Sportdirektor Michael Zorc (45) ausschlägt. Aber in der Vertrags-Frage offenbar nicht zu eigenen Gunsten.

„Wir sind kein Team“, hatte Doll am vergangenen Montag geurteilt. Eine im Profifußball geradezu vernichtende Meinung, die „ich auch der Mannschaft mitgeteilt habe“. Die sportliche Situation ist verzwickt: Platz 13 quält, nur drei Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone. „Bis Weihnachten“, sagt Profi Florian Kringe, „kann es nur um Schadensbegrenzung gehen.“

Amedicks große Chance

Die Initialzündung, so Doll, könne jetzt nicht mehr aus dem Trainerstab kommen. „Das Umfeld hat alles gemacht, was möglich ist. Ich will jetzt sehen, dass der Impuls aus dem Team selbst kommt.“ Möglichst schon am Samstag. In Stuttgart. Ausgerechnet bei jenem Klub, dessen Hauptsponsor mit dem Slogan „Innovation braucht Impulse“ wirbt und der zuletzt sechs Pflichtspiele in Serie (Liga, Pokal, Champions League) gewonnen hat – am vergangenen Dienstag zum Höhepunkt in der europäischen Königsklasse die Partie gegen Celtic Glasgow (3:2).

          Dolls Dortmunder indes sind seit fünf Runden sieglos und gewannen nur eine der jüngsten neun Aufgaben (2:1 gegen Bochum am 5. Oktober). In den vergangenen vier Partien erzielte der BVB insgesamt nur zwei Treffer.

Kringe ersetzt Degen

Zu allem Überfluss stehen dem Klub in Stuttgart Manndecker Markus Brzenska, Stürmer Diego Klimowicz (beide gesperrt) und Brzenska-Ersatz Christian Wörns (muskuläre Probleme in der Wade) nicht zur Verfügung. In der Innenverteidigung ist deshalb der lange Zeit verschmähte Martin Amedick erste Wahl. „Er hat gefordert, dass er spielt. Viele andere haben sich auch Gedanken darüber gemacht“, sagte Doll kryptisch und merkte an: „Jetzt ist Martins Zeit gekommen. Ich habe Vertrauen.“

Auf der rechten Abwehrseite dürfte Florian Kringe für den verletzten Philipp Degen (Rückkehr frühestens im Februar) einspringen. Doll: „Viele andere Möglichkeiten habe ich nicht!“ Dann war die Pressekonferenz zu Ende, der Trainer eilte sauer aus dem Raum. Im Stile eines Klasse-Sprinters. So hatte man Doll noch nie gesehen.

 

BVB-Splitter

  • Am Samstag will Thomas Doll seinen Kader in Stuttgart durch "einige Amateure ergänzen". Gestern trainierten Christopher Nöthe, Sahr Senesie und Christian Eggert mit dem Team.
  • Für das letzte Heimspiel des Jahres gegen Arminia Bielefeld (Freitag, 7. Dezember/20.30 Uhr) sind bereits knapp 75.000 Karten vergeben.
  • Der nach wie vor verletzte Torjäger Alexander Frei (28) wird erst zum Rückrunden-Trainingsstart am 4. Januar 2008 wieder in Dortmund erwartet.