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BVB verpasst neuen Auswärtsrekord

Meisterlicher Kater

Drei Schleifchen wollten die Dortmunder in Bremen eigentlich um ihre Meisterschale binden. Doch der Traum vom neuen Dreifach-Rekord platzte beim 0:2 (0:1) gegen starke Werderaner, die sich mit einer konzentrierten Leistung den Klassenerhalt endgültig sicherten.

BREMEN

von Von Matthias Dersch

, 08.05.2011
BVB verpasst neuen Auswärtsrekord

Rund 5000 BVB-Fans begleiteten den BVB an die Weser.

Die Pressevertreter im Medienzentrum tief im Innern des Weserstadions staunten nicht schlecht, als BVB-Trainer Jürgen Klopp die vorangegangene Niederlage seiner Mannschaft kommentierte. „Ab der 20. Minute haben wir ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht“, bilanzierte der 43-Jährige, der diese Meinung jedoch ziemlich exklusiv vertrat.

Denn den Borussen waren die Feierlichkeiten der vergangenen Woche deutlich anzumerken. Drei freie Tage hatte Klopp seinen Spielern nach der gewonnenen Meisterschaft gegönnt – und einige seiner Profis schienen sie dazu genutzt zu haben, es sich nach den monatelangen Strapazen mal so richtig gut gehen zu lassen. Gegen gut aufgelegte und vor allem defensiv sehr stabile Bremer taten sich die Dortmunder schwer, ihre Stärken auf den Rasen zu bringen.

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Fußball-Bundesliga: Werder Bremen - BVB

Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der Vorwoche ließ es Borussia Dortmund beim letzten Auswärtsspiel der Saison ruhig angehen. Am Ende etwas zu ruhig: Der BVB unterlag bei Werder Bremen mit 0:2 (0:1).
07.05.2011
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Mario Götze (r.) im Kopfballduell mit Petri Pasanen, der Bremen nach der Saison verlässt.© Foto: dpa/DeFodi
Gute Laune trotz Niederlage: Jürgen Klopp.© Foto: dpa/DeFodi
Körperbetonter Zweikampf: Neven Subotic (l.) und Claudio Pizarro.© Foto: dpa/DeFodi
Robert Lewandowski (l.) kommt gegen Per Mertesacker zu spät.© Foto: dpa/DeFodi
Mats Hummels (l.) verliert das Luftduell gegen Tim Wiese.© Foto: dpa/DeFodi
Frust nach der Niederlage in Bremen: Neven Subotic.© Foto: DeFodi
Enttäuschte Borussen (v.l.): Mats Hummels, Robert Lewandowski und Marcel Schmelzer.© Foto: DeFodi
Claudio Pizarro (r.) jubelt mit Wesley über seinen Treffer zum 2:0.© Foto: DeFodi
Mario Götze (l.) im Zweikampf mit Wesley.© Foto: dpa
Marcel Schmelzer (r.) und Antonio da Silva (l.) verfolgen Philipp Bargfrede. © Foto: DeFodi
Keine Chance für Roman Weidenfeller (l.): Claudio Pizarro (nicht im Bild) trifft zum 2:0.© Foto: DeFodi
Bremer Jubel nach dem frühen 1:0 durch Linksverteidiger Mikael Silvestre (2.v.l.).© Foto: dpa/DeFodi
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Die neue taktische Ordnung – Klopp reagierte auf Bremens Mittelfeld-Raute mit dem sogenannten Tannenbaum-System (4-3-2-1) – trug ihr übriges zur anfänglichen Orientierungslosigkeit bei. Kaum sechs Minuten waren gespielt, da lagen die Dortmunder bereits durch einen strammen Schuss von Bremens noch im Winter als Flop abgestempelten Linksverteidiger Mikael Silvestre zurück. Roman Weidenfeller und Lukasz Piszczek hatten zuvor unglücklich gepatzt.

Anders als gegen Hannover (4:1) und Hamburg (1:1) diente der Rückstand den Schwarzgelben diesmal nicht als Weckruf. „Spielt endlich Fußball“, rief Klopp nach 20 Minuten gut hörbar auf den Rasen. Doch die Beine der Dortmunder waren zu schwer, um sich noch einmal voll zu verausgaben. Der Meister-Kater lähmte – und verhinderte so den erhofften Dreifach-Rekord: Denn nach dem zweiten Bremer Tor durch Claudio Pizarro (63.) war klar, dass der BVB weder den Punkterekord (bisher 78) egalisieren noch neue Bestmarken bei den wenigsten Gegentoren (bisher 21) und Auswärtssiegen (bisher 11) aufstellen würden. „Es fühlt sich an wie eine ganz normale Niederlage“, bemerkte Klopp dennoch, bevor er sich gut gelaunt vor das Mikrofon von WDR-Comedian Arnd Zeigler stellte.

Und selbst Roman Weidenfeller, der sich so gerne in den Geschichtsbüchern mit einem neuen Rekord verewigt hätte. gab sich nachsichtig. „Wir hätten natürlich gerne neue Rekorde aufgestellt, aber das war nur unser zweitrangiges Ziel“, meinte der Keeper. „Wir sind schließlich Meister geworden. Und damit hat doch niemand vorher gerechnet.“ Die Schale stimmt selbst ehrgeizigsten Torwart milde…  

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