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Stella Kramer denkt nach BVB-Abschied an Karriereende

Borussia Dortmund

Der Abschied war emotional, aber unumstößlich: Stella Kramer und Borussia Dortmund gehen ab sofort getrennte Wege. Wie es mit der 29-Jährigen jetzt weitergeht, ist völlig offen.

Dortmund

, 25.06.2018
Stella Kramer denkt nach BVB-Abschied an Karriereende

Neun Jahre trug Stella Kramer das Trikot von Borussia Dortmund. Jetzt ist Schluss: Im Sommer trennen sich die Wege.

So ganz weg ist sie dann doch noch nicht. Zumindest auf der Homepage von Borussia Dortmund findet man Stella Kramer noch. Die 1,68 Meter große Rechtsaußen taucht nach wie vor unter dem Reiter „Bundesliga“ auf. Mit Bild. Steckbrief. Und ein paar Worten zu sich selbst. An der Entscheidung, dass sich die Wege von Spielerin und Verein in diesem Sommer trennen werden, ändert das freilich nichts. Nach neun Jahren ist das Kapital Stella Kramer bei den BVB-Handballerinnen - zumindest vorerst - geschlossen.

Vorzeitiges Karriereende nicht ausgeschlossen

Auf die Frage, wie es denn nun weitergehen wird, hat Kramer selbst noch keine Antwort gefunden. Alles sei offen, sagt sie. Selbst ein vorzeitiges Karriereende, mit gerade einmal 29 Jahren, sei nicht ausgeschlossen - auch wenn Kramer dies noch nicht bestätigen mag. Zumindest aber „eine längere Pause“ werde sie nun einlegen. Durchatmen. Abschalten vom Handball. Und das Leben abseits der Platte in den Fokus rücken. „Ich habe so viele Jahre so viel in den Sport investiert. Jetzt möchte ich erst einmal zur Ruhe kommen und die Zeit, die ich jetzt mehr zur Verfügung habe, genießen.“

Private und berufliche Gründe hätten den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben, sagt Kramer, die bei Borussia Dortmund im Bereich Marketing & Vertrieb angestellt ist, und in der Region fest verwurzelt ist. „Das alles hat jetzt erst einmal Priorität.“ Dabei gehört Kramer, das haben zumindest die letzten Wochen der abgelaufenen Saison bewiesen, nach wie vor zu den besten auf ihrer Position in Deutschland. 38 Tore insgesamt erzielte die Rechtsaußen, die sich ihre Minuten beim BVB seit Jahren mit Svenja Huber teilen musste, in diesem Jahr aus dem Spiel heraus. Vier davon gelangen ihr beim so wichtigen Sieg in Bietigheim, durch den sich der Verein letztendlich für das internationale Geschäft qualifizierte. Zwei Wochen zuvor, in ihrem letzten Heimspiel für die Schwarzgelben, waren es sogar fünf.

Abschied geht noch immer nahe

Damals, nach dem eindrucksvollen 38:21 gegen den Thüringer HC, folgte der emotionale Abschied von den Fans, von der Mannschaft. Ein Abend, der Kramer auch heute noch nahe geht. „Es ist schön, wenn einem so viel Wertschätzung entgegengebracht wird.“ Die Tränen von damals sind zwar mittlerweile getrocknet. Leicht sei ihr die Entscheidung, eine Pause einzulegen, dennoch nicht gefallen. „Es war sicherlich keine Ad-hoc-Entscheidung“, betont sie, „ich bin ja ganz gut drauf gewesen, da ist es schon sehr schade, jetzt aufzuhören.“

Optionen, weiterzumachen, hat es derweil genug gegeben. Mehrere Vereine hätten Kontakt zu ihr aufgenommen. Aus ganz Deutschland. Nur so richtig gepasst habe keines der Angebote, sagt die nun wohl ehemalige Nationalspielerin, deren 20. wohl auch ihr letztes Länderspiel gewesen sein dürfte. Bundestrainer Henk Groener, der Kramer in seiner Amtszeit zumindest für die Reserve nominiert hatte, und der DHB wollen sich zur Zukunft von Stella Kramer nicht äußern und haben damit durchaus etwas gemein mit Borussia Dortmund.

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Auch dort wollen und werden sie wohl zu dem Thema nichts mehr sagen. Über die Gründe, die nach neun Jahren zur Trennung geführt haben, kann also höchstens spekuliert werden, denn auch Kramer hält sich an ihr selbst auferlegtes Schweigegelübde. Sie sagt lediglich, dass ihre vorerst letzte Saison im Trikot der Schwarzgelben „sehr anstrengend“ gewesen sei. „Mir persönlich hat es am Ende nicht mehr so viel Spaß gemacht.“ Was durchaus bemerkenswert klingt, bedenkt man, dass der Handball in Stella Kramers Leben bislang eher eine Hauptrolle eingenommen hat und nicht die eines Statisten.

Trainerkarriere denkbar

Nun also der vorzeitige Rückzug, der nicht gleichbedeutend ist mit einem Abschied für immer. Auch in Zukunft will die 29-Jährige dem Sport verbunden bleiben. „Dafür liebe ich den Handballsport zu sehr“, sagt Kramer, die bereits in der Jugend von Borussia Dortmund als Trainerin gearbeitet hat und sich auch eine Karriere in diesem Bereich vorstellen kann. Selbst eine Fortsetzung ihrer Spielerkarriere sei durchaus denkbar. Zumal der Markt an Rechtsaußen gerade in Deutschland nicht gerade überschwemmt wird mit überdurchschnittlich starken Spielerinnen. „Mir steht da sicherlich noch die ein oder andere Tür offen“, meint Kramer. Nur bei der Borussia wohl derzeit eher nicht.

Ende dieses Monats läuft ihr Vertrag dort aus. Dann, am 1. Juli, ist Kramer auch offiziell kein Teil mehr der BVB-Handball-Mannschaft. Und dann, so heißt es aus dem Verein, werde auch die Homepage entsprechend aktualisiert und Kramer unter den Spielerprofilen nicht mehr zu finden sein.

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