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Herrlich fürs Publikum

DORTMUND Wären Borussia Dortmunds Handball-Frauen reine Entertainerinnen, hätten sie am Samstag Abend wirklich alles richtig gemacht. Sind sie aber nicht – und trotzdem gab es offenbar wenig Anlass zum Ärger.

von Von Thomas Rellmann

, 24.11.2007
Herrlich fürs Publikum

Zuzana Porvaznikova war vier Mal erfolgreich.

Das 34:22 (16:8) gegen den Tabellenvorletzten BVG Berlin war kein Handballspiel in Perfektion. Doch das störte den Großteil der etwa 600 Zuschauer kaum. Mitte der zweiten Halbzeit, als der BVB schon mit mehr als zehn Treffern führte, verwöhnten die Gastgeberinnen das Publikum mit einigen Kabinettstückchen, etwa einem gelupften Siebenmeter der erneut bärenstarken Kim Abdoelhafiezkhan oder einem Kempa-Tor von Steffi Glathe. Stichwort Glathe: Die 24-Jährige machte eines ihrer besten Spiele im Dortmunder Dress, traf als Linksaußen acht Mal, auch weil sie immer wieder auf die Halbposition zog.

Keine Zweifel

Zweifel am Heimsieg kamen eigentlich nie auf. Nach einem erneuten Blitzstart (5:1) ließ es die Truppe von Thomas Happe etwas ruhiger gehen. Der Coach bemängelte daher auch: „Wir konnten uns anfangs nie wirklich absetzen. Zur Pause stand dank einer Mini-Serie kurz vor der Halbzeitsirene dennoch ein beruhigender Vorsprung. Acht Gegentore in 30 Minuten zeugen von vorbildlicher Deckungsarbeit, die das Team diesmal im 3:2:1 erledigte, weshalb Manuela Fiedel an Stelle von Zuzana Porvaznikova in die Start-Sieben rutschte. Glathe wie auch Miranda Robben, die offensiv diesmal in der Rechtsaußenrolle kaum zum Abschluss kam, griffen aggressiv zu und kassierten ein Extralob des Trainers.

Chance für Youngster

Das hatte er auch für die Youngster Marieke Köhler und Linda Barz parat, die im zweiten Durchgang ebenso wie Rebecca Titze im Tor zu Einsatzzeit kamen. „Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht“, so Happe, der allerdings einräumte, mit den Umstellungen ein noch höheres Ergebnis verschenkt zu haben. Der Schlussakkord war in der Tat etwas holprig, speziell in der Deckung. „Wir haben insgesamt hervorragend gearbeitet“, fand Happe versöhnliche Töne. Ihm blieb sicher nicht verborgen, dass sein Team in puncto Tempo und beim Wurf aus dem Rückraum zulegen muss, wenn es um höhere Weihen, sprich die Play-Offs, geht.

Die Gäste aus der Hauptstadt waren  allerdings auch nicht mit dem bedauernswerten Schlusslicht aus Oyten zu vergleichen, das der BVB vor zwei Wochen mit 38:18 aus der Halle schoss. BVG-Coach Helmut Röder attestierte: „Dortmund konnte oft zu unbedrängt schießen.“ Derart leicht werden es die nächsten Gegner der Borussia garantiert nicht machen. Thomas Rellmann

BVB: Tienstra, Titze – Pusic (4), Porvaznikova (4), Spriestersbach (4), Abdoelhafiezkhan (6/4), Robben (3), Barz (1), Glathe (8), Köhler (2), Fiedel (2)